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Mein Hund treibt mich in den Wahnsinn

petartstore.de möchte mit einer kleinen Artikelserie dazu beitragen, dass Sie ihren Hund besser verstehen.

Aus Welpen werden Hunde – und aus so manchem wird ein sogenannter Problemhund. Nicht selten enden diese Hunde im Tierheim. Von dort beginnt ihre Odyssee von Halter zu Halter. Ersparen Sie dies Ihrem Hund, denn er ist und bleibt der beste Freund den man sich wünschen kann.

 

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Den Entschluss sich einen Hund in sein Heim zu holen, darf man nicht zwischen Tür und Angel treffen. Denn schließlich ist ein Hund kein Gegenstand den man bei Nichtgefallen einfach so wieder zurückgibt. Hunde haben Gefühle, dessen sollte sich jeder bewusst sein. Noch bevor man sich irgendwelche Gedanken über die Rasse macht, sollte man sich selbst einige kritische Fragen stellen.

  1. Habe ich täglich genügend Zeit für einen Hund? Wenn Sie ohnehin schon den ganzen Tag ihrer Zeit hinterher laufen, sollten Sie auf einen Hund verzichten. Denn der Hund muss täglich versorgt werden und benötigt ebenso täglich Auslauf. Selbst für einen kleinen Hund zwischen 5 und 10kg müssen Sie mindestens 1 bis 2 Stunden am Tag einplanen.
  2. Egal was passiert, kann der Hund immer optimal betreut werden? Weder Sie noch ihr Hund werden immer gesund sein. Wer kümmert sich also um den Vierbeiner, wenn Sie selbst es für eine gewisse Zeit nicht können? Und was passiert, wenn der Hund plötzlich erkrankt? Besitzen Sie die Freiheit, zu jeder Zeit einen Tierarzt aufzusuchen? Verlassen Sie sich bei dieser Frage nicht allzu sehr auf die Hilfsangebote von Familie, Freunde und Bekannten. Denn ist einmal wirklich Not am Mann, kann es mit der Hilfsbereitschaft schnell zu Ende sein.
  3. Bin ich bereit Kompromisse einzugehen? Für überzeugte Egoisten ist ein Hund definitiv das falsche Haustier! Wenn Sie regelmäßig Fernurlaub machen möchten, jedes Wochenende ausgiebig Feiern und am nächsten Tag ausschlafen wollen, dann ist ein Hund, ein Tier generell, keine Option für Sie.
  4. Bin ich als Hundehalter geeignet? Wer zur Hektik neigt, niemals zur Ruhe kommt, dem es schwer fällt feste Regeln einzuhalten, mit dem Hund etwas ausgleichen will das ihm das Leben bisher versagt hat, sollte sich über das folgende im Klaren sein. Hunde mögen keine Hektik und Unruhe. Hunde brauchen feste Regeln. Wenn Sie mit ihrem Leben unzufrieden sind, ändern Sie es. Ein Hund kann das nicht für Sie erledigen.
  5. Kann ich mir einen Hund auf Dauer leisten? Man muss nicht reich sein um sein Leben mit einem Hund zu teilen. Aber selbst ein kleiner Hund benötigt täglich sein Futter, was noch der geringste Posten ist. Ein Tierarztbesuch kann sehr schnell einige hundert Euro verschlingen.

Diese Fragen sollten Sie ausschließlich im Sinne des Hundes beantworten. Denn er wird der Leittragende sein wenn sich herausstellen sollte, dass ein Hund doch nicht das richtige Haustier für Sie ist. Und dann werden aus Welpen ganz schnell Problemhunde!

 

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Wenn Sie sich zum Wohle des Hundes sicher sind, dass Sie alles für eine gute Mensch-Hund-Beziehung mitbringen, sollten Sie sich Gedanken über die Hunderasse machen. Nur weil eine bestimmte Rasse in Mode ist, oder Sie sich in eine bestimmte Rasse verliebt haben, so muss diese nicht der richtige Begleiter für Sie sein. Besorgen Sie sich so viele Informationen über ihre Wunsch-Rasse wie möglich. Das Internet bietet hier eine Fülle an guten Informationsquellen. Befragen Sie auch andere Menschen die bereits einen solchen Hund haben. Und nicht zuletzt sollten Sie sich bei seriösen Züchtern informieren. Ein kleines Beispiel kann ihnen bei der Entscheidung etwas weiter helfen. Wurde eine Rasse für die Jagd gezüchtet, so dürfen Sie davon ausgehen, dass Sie zukünftig einen sehr ausdauernden Hund an der Leine haben werden. Auch brauchen diese Hunde eine Ersatzbeschäftigung für ihren angeborenen Jagdtrieb, den sie so nicht mehr ausleben können. Um einem solchen Hund auf Dauer gerecht zu werden, benötigen Sie täglich ausreichend Zeit. Denn er möchte Laufen und Suchen. Sein Jagdtrieb muss in geordnete Bahnen gelenkt werden, mit Spielen die seinen Trieb befriedigen. Bekommt ein solcher Hund nicht genügend Auslauf, wird er sich schnell nach einer anderen Beschäftigung umsehen, um seine aufgestaute Energie loszuwerden. Das kann dann auch mal das Sofa sein, das Sie in Einzelteilen vorfinden. Wird sein Jagdtrieb nicht befriedigt, so wird er dauerhaft auf der Pirsch sein, ständig bereit los zu preschen um etwas zu fangen. Für Sie nicht wirklich angenehm, denn wenn ein 20kg Hund an der Leine plötzlich davon fegt, werden Sie Probleme bekommen ihn noch zu halten. Alternativ haben Sie einen Hund der ständig an der Leine zieht, immer auf der Suche nach einer Spur. Fazit – nichts für unsportliche Menschen mit wenig Zeit.

Sie werden immer wieder Menschen treffen, die diese Betrachtungsweise nicht teilen. Ganz im Gegenteil. Sie berichten davon, dass ihr Hund so überhaupt nichts von einem Jagdhund habe. Ja, früher Mal, als er noch jung war. Betrachten Sie solche Aussagen kritisch. Hunde sind wahre Anpassungskünstler. Und so mancher Hund sucht sich eine Ersatzbefriedigung wenn seine eigentlichen Bedürfnisse nicht befriedigt werden. Bekanntlich passen sich Hund und Halter mit den Jahren an. So wie der Hund lernen musste, dass sein Mensch nicht in der Lage war ihm das Ausleben seiner angeborenen Instinkte zu ermöglichen, so akzeptiert der Mensch mit der Zeit, dass sein Hund sich zu Hause etwas sonderlich verhält. Und bevor noch ein weiteres Sitzmöbel den Weg alles Irdischen geht, bleibt der Hund eben dort, wo er am wenigsten zerstören kann.

Hunde die ursprünglich für die Jagd gezüchtet wurden dienten hier nur als Beispiel. Das geschriebene hat für alle Rassen Gültigkeit. Denn nur weil wir unsere Hunde heute als reine Gesellschafts- und Familienhunde halten, bedeutet das nicht, dass sie ihre Wurzeln vergessen haben. Wenn Sie ihr Hund also mit seinem Verhalten in den Wahnsinn treibt, sollten Sie zunächst hinterfragen, was Sie tun können um ihrem Hund ein artgerechtes Leben zu bieten. So manches Problem löst sich in Luft auf, wenn der Hund, Hund sein darf!

 

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In der Regel erinnert sich jeder Hundehalter gerne an den Tag, als der Welpe eingezogen ist. Sollte es für Sie eher der Anfang vom Schrecken gewesen sein, haben Sie eventuell einige grundlegende Fehler gemacht. Der Welpe darf nicht zu früh von der Mutter genommen werden. Neben vielen anderen Aspekten ist zu bedenken, dass der kleine Vierbeiner bei seiner Mutter vieles lernt. Gedulden Sie sich also bis der Welpe alt genug ist um bei ihnen einzuziehen. Ab diesem Tag sind Sie für seine Erziehung verantwortlich. Das erste was der Welpe lernen kann ist, dass Sie ihm Schutz in der neuen Umgebung bieten können. Zeigt der Welpe also Angst vor etwas das er noch nicht kennt, schauen Sie nicht tatenlos zu. Beruhigen Sie den kleinen Vierbeiner und geben Sie ihm Nähe. Dies schafft Vertrauen, die Basis für die künftige Erziehung. In den ersten Lebenswochen bei Ihnen lernt der Welpe die ersten Regeln. Lassen Sie sich nicht allzu sehr von den großen Augen um den Finger wickeln. Wenn Sie nicht möchten dass ihr erwachsener Hund das Stuhlbein annagt, dann muss das der Welpe lernen. Und ein Welpe lernt am schnellsten, wenn er für die verbotene Handlung einen erlaubten Ersatz bekommt. Das ist natürlich nicht immer möglich. In einem solchen Fall wird das Unterlassen seines Tuns belohnt. Das erreichen Sie mit großem Lob und Zuwendung, ein Leckerchen kann auch niemals Schaden. Was erlaubt und was verboten ist, die Grundregeln für ein gutes Miteinander, lernt der Hund in den ersten Wochen und Monaten. Die Erziehung des Welpen braucht Zeit und Geduld, darüber muss man sich im Klaren sein. Bleiben Sie immer ruhig und gelassen, mit Hektik und lauten Worten erreicht man nur wenig bei einem Hund. Ganz im Gegenteil, denn er wird Sie niemals als starken Rudelführer akzeptieren. Denn Rudelführer haben jede Situation völlig gelassen im Griff. Werden Sie von ihrem Hund als Oberhaupt des Rudels akzeptiert, wird er sehr bemüht sein ihnen zu gefallen.

Hunde die ihre Halter in den Wahnsinn treiben habe keine gute Kinderstube genossen, und man muss sich die Frage gefallen lassen, warum man nicht in der Lage war sich als guter Rudelführer zu präsentieren.

 

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Der Hund ist und bleibt ein Rudeltier. Und nur als solches kann er ein glückliches und zufriedenes Leben führen. Das bedeutet für Sie als Halter, dass Sie ihrem Hund ein Rudel bieten müssen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Sie überlassen ihrem Hund den Rang als Rudelführer und werden wenig Freude damit haben. Oder Sie sind der Rudelführer, was Sie täglich unter Beweis stellen müssen. In der Natur wird der Rudelführer nicht nach demokratischen Richtlinien bestimmt oder nach Gutdünken. Will ein Tier das Rudel anführen, muss es seine Qualitäten unter Beweis stellen. Dies ist zum einen körperliche Stärke, denn der Rudelführer bewacht und beschützt sein Rudel gegen alle Gefahren, und hierfür muss er körperlich in der Lage sein. Der Rudelführer weist seinem Rudel den sicheren Weg und wacht über die Beute. Wem und wann der Rudelführer seine Aufmerksamkeit schenkt entscheidet ausschließlich er. Auch über den allgemeinen Umgang aller im Rudel wacht der Rudelführer und greift bei Streitigkeiten ein. Wenn Sie also ein guter Rudelführer für ihren Hund sein wollen, müssen Sie sich beweisen. Der Einstieg ist relativ einfach, denn Sie wachen über die Beute, sprich das Futter. Während Sie das Futter zubereiten hält ihr Hund einen gebührenden Abstand und verhält sich ruhig. Stellen Sie den Napf auf den Boden und bleiben noch einen Augenblick am Napf stehen, ihr Hund wartet weiterhin. Erst auf ihren Zuruf darf ihr Hund an den Napf. Wenn Sie mit ihrem Hund spazieren gehen, dann bestimmen ausschließlich Sie über den Weg. Nur Sie gehen voraus, der Hund folgt ihnen, niemals umgekehrt. Wenn sich ihr Hund vor etwas fürchtet stellen Sie sich vor ihn und geben ihm so Schutz. Bei Streitigkeiten unter Hund greifen Sie gegeben falls ein, sollte die Gefahr bestehen das die Situation eskaliert. Möchte ihr Hund Aufmerksamkeit von ihnen, warten Sie etwas damit und geben ihm dann ein eindeutiges Zeichen das Sie nun bereit sind, sich ihm zu widmen. Bei allem was Sie tun, bleiben Sie ruhig und gelassen. Wenn Sie diese Grundregeln beachten, haben Sie schon sehr viel getan um sich ihrem Hund als guter Rudelführer zu präsentieren. Erwarten Sie bitte nicht, dass ihr Welpe alles an einem Tag lernen kann, es braucht seine Zeit, Geduld und Liebe. Wichtig ist, dass Sie alle Regeln konsequent durchsetzen, Wankelmütigkeit ihrerseits wertet der Hund als Schwäche. Und der Schwache kann niemals Rudelführer sein!

Wird ein Hund unkontrollierbar liegt es oftmals an einem schwachen Rudelführer. Nichts ist verwirrender für einen Hund, als ein Rudelführer der seine Aufgaben nicht erfüllen kann. Auch braucht ein Hund ein festes Regelwerk nach dem er Leben kann. Heute so, morgen so verunsichert den Hund. Es liegt also an ihnen, ob ihr Welpe zum Problemhund wird.

 

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Ruhe und Gelassenheit ist das A und O beim Umgang mit ihrem Hund. Jede Form der Hektik überträgt sich sofort auf ihren Hund und ist absolut kontraproduktiv. Zudem wertet der Hund die Aufregung des Menschen in gewissen Situationen als Führungsschwäche und versucht selbst die Kontrolle zu übernehmen. Bei der Welpenerziehung müssen Sie sich dies immer wieder in Erinnerung rufen. Denn der Welpe lernt schnell, auch Dinge die unerwünscht sind. Die ersten grundlegenden Fehler werden oft schon beim Erlernen der Stubenreinheit gemacht. Bemerkt der Mensch, dass der Welpe in der Wohnung einen Platz für sein Geschäft sucht, oder ist es bereits passiert, bricht in den Augen des Hundes das absolute Chaos aus. In heller Aufregung wird der Hund an die Leine gelegt und es geht in Windeseile vor die Tür. Kein Wunder also, dass viele Hunde bereits beim Anblick der Leine in helle Aufregung verfallen und ungestüm ins Freie stürzen wollen. Dieses Verhalten ist später nur mit viel Geduld wieder zu korrigieren. Zudem ist Aufregung ein schlechter Begleiter bei einem Spaziergang, denn der Hund ist dann kaum in der Lage auf ihre Kommandos zu reagieren weil ihm jegliche Aufmerksamkeit in dieser Verfassung fehlt. Es muss nicht so weit kommen. Gehen Sie regelmäßig mit dem Welpen vor die Tür, noch vor den ersten Anzeichen das er ein dringendes Geschäft zu erledigen hat. Rufen Sie den kleinen Vierbeiner in aller Ruhe an die Stelle der Wohnung, wo er sich zukünftig melden soll wenn er ein Geschäft zu erledigen hat und verweilen Sie dort einige Sekunden mit ihm. In aller Gelassenheit legen Sie ihm nun die Leine an. Wenn er das „Sitz-Kommando“ bereits beherrscht lassen Sie ihn einige Sekunden so verharren. Sie selbst bleiben völlig ruhig neben ihm. Auf ihr Kommando „komm“ oder „los“ gehen Sie voraus. Vor der Haustür lassen Sie den Welpen hinter sich sitzen, öffnen die Tür und gehen hinaus. Erst auf ihr Kommando folgt der Welpe. Bevor Sie nun losgehen, den Welpen wieder sitzen lassen und einige Sekunden stehen bleiben. Auf ihr Kommando geht der Spaziergang los. So lernt der Welpe sehr schnell, dass das Verlassen des Hauses eine ganz selbstverständliche Sache ist, ohne jede Aufregung. Zudem versteht er, dass ausschließlich Sie den Weg vorgeben. Durch dieses kleine Ritual ist der kleine Vierbeiner nun optimal für den Spaziergang vorbereitet. Sollte in den ersten Wochen etwas auf den Boden gehen, bleiben Sie ruhig. Für den Welpen ist nach dem Geschäft diese Angelegenheit abgehackt, alles was nun folgt bringt er nicht damit in Verbindung. Jede Form der Bestrafung ist völlig sinnlos und schadet nur. Entfernen Sie die Hinterlassenschaften kommentarlos und gehen zukünftig rechtzeitiger mit dem Welpen vor die Tür.

Es liegt also an ihnen, ob aus ihrem Welpen ein Problemhund wird oder nicht. Sie haben die Wahl!

 

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Irren ist Menschlich und jeder macht mal einen Fehler. Das wird ihnen auch bei der Erziehung ihres Welpen passieren. Aber nur weil der junge Hund nun etwas Unerwünschtes gelernt hat, ist das Kind noch lange nicht in den Brunnen gefallen. Ein Hund kann in jedem Alter neues erlernen, es bedarf nur etwas mehr Zeit.

Warum ein Hund etwas tut, oder auch nicht tut, ist relativ einfach. Er wendet Vorgehensweisen die zum Erfolg führen immer wieder an. Warum sollte er von selbst etwas Neues ausprobieren, schließlich hat sich sein Verhalten als vorteilhaft für ihn erwiesen. Dies gilt sowohl für Situationen in denen der Hund sich einen Vorteil verschaffen will, aber auch zur Abwehr vermeidlicher oder tatsächlicher Gefahren. Fast jeder Hundehalter nimmt sich vor, dem Betteln des Hundes nicht nachzugeben. Aber diese großen Welpenaugen lassen diesen Vorsatz oftmals schneller dahinschmelzen als Eis in der Sonne. Der kleine Vierbeiner lernt sehr schnell, dass er nur sehr ausdauernd neben dem Mensch am Tisch verharren muss. Auch wenn man ihn zunächst wegschickt, er wird immer wieder kommen. Bis seine Taktik letzten Endes aufgeht und er etwas vom Tisch bekommt. Für den Hund also eine erfolgreiche Strategie die er immer wieder anwenden wird, sobald Sie sich zum Essen an den Tisch setzen. Dem jungen Hund das Betteln am Tisch abzugewöhnen bedarf viel Geduld und Ausdauer. Zunächst müssen Sie eine imaginäre Grenze bestimmen die der Hund nicht überschreiten darf während Sie Essen. Überschreitet er diese, wird er konsequent weggeschickt. Am besten führen Sie ihn in sein Körbchen oder seine Decke. Achten Sie aber darauf, dass der Hund selbst dort hingeht. Wird er mehr gezogen oder gedrückt, versteht es der Hund weniger als sich vom Tisch entfernen. Geben Sie ihm nun das Kommando „bleib“. Dieses muss er natürlich schon beherrschen. Es wird nicht lange dauern bis er wieder neben ihnen am Tisch erscheint und seine bisherige Strategie anwendet. Ebenso hartnäckig setzen Sie aber ihre Strategie durch und schicken ihn wieder weg. Hier geht es ganz nach dem Motto: der mit dem längeren Atem gewinnt. Auch unmittelbar nach dem Essen, wenn Sie aufstehen, sollte der Hund noch einige Zeit auf seinem Platz bleiben. Denn sonst versucht er eine Abwandlung seiner bisherigen Strategie und bettelt dann. Am besten räumen Sie unmittelbar nach dem Essen alles weg. Wenn Sie damit fertig sind rufen Sie ihren Hund und loben ihn ausgiebig und beschäftigen sich mit ihm. Ein Leckerchen sollte er aber nicht bekommen. Mit der Zeit lernt nun der Hund wie er sich beim Essen zu verhalten hat. Das Lob und die Aufmerksamkeit die er danach von ihnen bekommt hat für den Hund einen durchaus hohen Stellenwert. Denn schließlich sind Hunde auf eine harmonische Stimmung innerhalb des Rudels bedacht.

Ein erlerntes unerwünschtes Verhalten ist kein Grund seinen Vierbeiner als Problemhund abzustempeln. Es liegt an ihnen, ihm einen besseren Weg zu zeigen.

 

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Rachegefühle kennen Hunde nicht. Auch ist Boshaftigkeit eine Eigenschaft der Menschheit. Ein Hund tut also nichts, nur um Sie zu ärgern oder ihnen mit Absicht Schaden zuzufügen. Legt ihr Hund ein unerwünschtes Verhalten an den Tag, liegt es an ihnen die Gründe dafür herauszufinden. Was auf den Mensch wie blinde Zerstörungswut wirkt, hat damit nicht das Geringste zu tun. Oftmals ist es pure Langeweile oder eine Ersatzhandlung. Hier müssen Sie sich die Frage stellen, was ihrem Hund fehlt. In der Regel legt der Hund dieses Verhalten sehr schnell ab wenn er regelmäßig, seiner Rasse entsprechenden Auslauf bekommt. Hunde die über Jahrhunderte als Gebrauchs- und Arbeitshunde gezüchtet wurden brauchen eine Beschäftigung die sie fordert. Informieren Sie sich über die Herkunft der Rasse und beschäftigen Sie den Hund mit entsprechenden Spielen und Aufgaben. Ein so geforderter Hund wird sich keine Ersatzbefriedigung suchen und alles zerstören was ihm in den Weg kommt. Bei Gesellschaftshunden kann noch ein anderer Grund dafür hinzukommen. Diese kleinen, drolligen Hunde werden meist von ihrem Halter vermenschlicht. Ein absoluter Fehler, denn diesen Hunden fehlen die Regeln eines Rudels an denen sie sich orientieren können. Wer von seinem Hund erwartet, dass er sich wie ein Mensch verhält, zahlt oftmals einen hohen Preis. Nimmt man einem Hund sein Leben als Hund, besteht die Gefahr dass er völlig außer Rand und Band gerät. Nicht nur für den Halter eine unangenehme Situation. Noch viel mehr leidet der Hund darunter weil im jegliche Orientierung fehlt. Wer sich nach der Gesellschaft eines Menschen sehnt, sollte sich keinen Hund ins Heim holen und erwarten, dass dieser diese Sehnsucht befriedigen kann. Lassen Sie ihren Hund, Hund sein. Nur so kann er glücklich und zufrieden leben und wird ihnen ein unersetzlicher Freund sein.

 

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Geht ihr Hund auch mit ihnen spazieren? Eigentlich sollte es umgekehrt sein. Es gibt mehrere Gründe warum Hunde ständig an der Leine ziehen. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass der Mensch bei solchen Ausflügen wenig Freude hat.

Hunden denen es an regelmäßigem Auslauf mangelt neigen dazu an der Leine zu ziehen. Es scheint fast so, als wollten sie mit einem Spaziergang das Versäumte nachholen. Bedauerlicher Weise verspürt der Mensch nach solch einem Spaziergang wenig Verlangen es baldmöglich zu wiederholen. Der Hund bekommt zukünftig noch weniger Bewegung. Auch ein angeborener Jagdtrieb ist der Leinenführigkeit eher im Wege. Der Hund ist ganz auf das Aufspüren von Beute fixiert. Somit ist er völlig in seiner eigenen Welt, Kommandos hört er schlichtweg nicht. Diese und andere Formen der Ablenkung lassen den Hund permanent an der Leine ziehen. Hunde die ihren Menschen wenig Führungsqualitäten zugestehen übernehmen beim Spaziergang die Führung. Denn schließlich muss einer das Rudel sicher anführen. Der Mensch war bisher dazu nicht in der Lage. Also nimmt der Hund das Ruder in die Hand. Es kann aber auch daran liegen, dass dem Welpen an der Leine niemals konsequent vermittelt wurde, wie er sich zu verhalten hat. Leinenführigkeit ist dem Hund nicht in die Wiege gelegt, er muss es von seinem Mensch erlernen. Je früher Sie damit anfangen, umso besser. Denn in den ersten Monaten können Sie sich das Schutzbedürfnis des jungen Vierbeiners zu Nutze machen. Auch wenn Welpen sehr neugierig ihre Umwelt erkunden wollen, so rennen sie auch nicht blindlinks in ihr Verderben. Hält sich ihr Welpe bei den ersten kurzen Spaziergängen hinter ihnen, dann belohnen Sie dieses Verhalten auf jeden Fall. Der Hund wird sich gut merken,  dass es dem Mensch gefällt wenn er ihm folgt. Zeigen Sie dem jungen Hund auch bei jedem Spaziergang dass Sie die volle Kontrolle haben. Erschrickt er sich, oder hat er vor etwas unbekanntem Angst, so stellen Sie sich schützend vor ihn. Auch bei den ersten Kontakten mit anderen Vierbeinern bleiben Sie dicht in seiner Nähe. Beim ersten Anzeichen von Angst knien Sie sich zu ihm und begleiten so die Kontaktaufnahme. Mit der Zeit wird ihr junger Hund immer sicherer werden, und seine Neugier wird ihn vorantreiben. Auch wenn es nachvollziehbar ist, dass der junge Vierbeiner seine Welt erkunden will, lassen Sie es nicht zu, dass er an der Leine zieht. Bleiben Sie sofort stehen und schauen demonstrativ in eine andere Richtung. Erst wenn der Hund neben ihnen völlig zur Ruhe gekommen ist, gehen Sie weiter. In den ersten Monaten kann diese Übung durchaus zur Geduldsprobe für Sie werden. Auf lange Sicht zahlt es sich aber aus. Hunden mit einem gewissen Jagdtrieb kann man diesen nicht wegerziehen. Aber sie können lernen ihn zu kontrollieren. Gehen Sie mit ihrem Hund immer ein gutes Stück an der Leine, geben Sie ihm aber auch dann die Gelegenheit zu suchen und zu stöbern. Dies können Sie ganz einfach umsetzen, indem Sie Duftköder für den Hund auslegen die er suchen kann. Hunde die sich von ihrer Umgebung zu sehr ablenken lassen, müssen immer wieder Aufmerksam gemacht werden. Hier kann schon ein Leckerchen in ihrer Hand gute Dienste leisten. Oder Sie fordern durch ein immer gleiches Signal, ein Pfiff, seine Aufmerksamkeit.

Egal woran es liegt dass der Hund ständig an der Leine zieht, oberste Regel für den Mensch ist - ruhig und gelassen bleiben. Heftiges an der Leine zerren, Kommandos brüllen oder dergleichen kann ihr Hund nicht verstehen.

Geduld zahlt sich auf lange Sicht aus. Und es gibt nichts Schöneres als mit seinem Vierbeiner die Welt zu erobern.

 

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Physische Präsenz bei der Hundeerziehung ist ein heikles Thema, weil es oftmals völlig falsch verstanden oder umgesetzt wird. Tatsache ist, dass ihr junger Hund seine Grenzen suchen wird. Dieses Verhalten ist völlig normal, es kann als Pubertätsgehabe bezeichnet werden. Und so wie der Mensch in dieser Zeit durchaus dazu neigt seine Grenzen zu suchen und zu überschreiten, so machen es auch junge Hunde.

Der Welpe der gestern noch so umgänglich war, kann Sie heute anknurren wenn Sie seinen Futternapf berühren. Auf diese Momente müssen Sie vorbereitet sein und umgehend handeln. Denn sind Sie von seinem Verhalten so überrascht, dass Sie zunächst zurückschrecken, haben Sie die erste Schlacht bereits verloren. Hunde können ihren Unmut auf verschiedene Arten zeigen. Knurren, Zähne fletschen, Bellen oder durch gesträubtes Nackenfell. Oftmals ist die Ursache dafür aus Menschensicht völlig lächerlich, denn schließlich wollten Sie das Spielzeug des Hundes nur wegräumen. Der Hund will durch sein Verhalten seine Besitzansprüche geltend machen. Egal warum der Hund so ein Verhalten plötzlich zeigt, er überschreitet damit ganz klar eine Grenze.

Bleiben Sie völlig gelassen, knien sich neben den Welpen und  berühren Sie ihn dabei eindeutig mit ihrem Gesäß. Wenn der Leitrüde eines Rudels einen anderen Hund in solch einer Situation berührt, ist dies als erste, und ernste Wahrung zu verstehen. Ihr Hund muss nun ganz klar anzeigen, dass er die Botschaft verstanden hat. Droht er immer noch, berühren Sie ihn mit einem schnellen Griff in den Nacken. Dabei halten Sie ihn ganz kurz fest. Sie haben nun nichts anderes gemacht wie ein Leitrüde der einen aufmüpfigen Jugendlichen mit einen kurzen Schnappen in den Nacken daran erinnert, wer in diesem Rudel das Sagen hat. Der größte Teil der Hunde versteht diese Botschaft und sie werden nun versuchen zu beschwichtigen. Durch das Lecken ihrer Hand, durch blinzeln und zurückgelegten Ohren, oder durch angestrengtes Wegsehen. Zeigt ihr Hund diese Beschwichtigungssignale sollten Sie ihn loben. Ist ihr Hund allerdings immer noch auf Konfrontation aus, bleibt ein letztes Mittel.

Hierbei müssen Sie schnell, aber auch vorsichtig vorgehen, um den Hund nicht zu verletzen. Greifen Sie mit einer Hand ein Vorderbein, mit der anderen Hand ein Hinterbein und drehen Sie den Hund so auf den Rücken. Mit beiden Händen den Hund vorsichtig festhalten, bis er jeden Wiederstand aufgibt. Liegt er völlig ruhig da, lassen Sie ihn langsam los und loben ihn. Auch diese Methode ist keine Erfindung des Menschen. Hunde wenden Sie immer dann an, wenn der Nachwuchs allzu sehr über die Stränge schlägt.

Beachten Sie bitte! Hier wurde von „Berühren“ gesprochen, und genauso ist es auch zu verstehen. Schläge haben mit Hundeerziehung nicht das Geringste zu tun. Sie sind lediglich ein Zeichen für die Schwäche des Menschen. Hunde verletzen ihren Nachwuchs bei der Erziehung niemals! Sollten Sie sich selbst außerstande sehen ihren Hund in solchen Situationen zu kontrollieren, ist der Rat eines Fachmannes zwingend anzuraten, bevor ihr Hund als Problemhund im Tierheim endet.

 

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Würde ein Mensch erwarten, dass er in einem fremden Land überall auf Menschen trifft die bemüht sind ihn zu verstehen? Wohl kaum. Er wird also eine Fremdsprache erlernen, um sich in den wichtigsten Situationen verständigen zu können. Von einem Hund wird allerdings erwartet, dass er die Menschensprache sofort perfekt beherrscht.

Auch sind nur wenige Hundehalter bereit, die Sprache der Hunde zu erlernen. Wen wundert es also, dass so viele Menschen ersthafte Probleme im Umgang mit ihren Hunden haben. Es mangelt schlichtweg an der richtigen Kommunikation. Hier sei jedem anzuraten es besser zu machen. Was ihnen ihr Hund mit seiner Körpersprache sagen möchte, ist in vielen guten Sachbüchern erklärt. Auch kann ihnen ein Hundetrainer hilfreich zu Seite stehen. Ist somit ein Kommunikationskanal gefunden, klären sich viele Probleme sehr schnell. Denn beide Seiten, Mensch wie Hund, verstehen sich nun besser und können ihr Verhalten entsprechend ändern.

Man muss sich immer vor Augen führen, Hunde sind immer bemüht eine angespannte Situation zu entspannen. Dies tun sie, indem sie Beschwichtigungssignale senden wie Blinzeln, offensichtliches Wegsehen, Anlegen der Ohren, Lecken oder sie legen sich entspannt auf den Boden. All dies soll dem Gegenüber die friedlichen Absichten vermitteln. Diese Signale müssen Hunde nicht erlernen, sie sind ihnen in die Wiege gelegt. Allerdings können sie es mit der Zeit verlernen, wenn ihnen dauerhaft der Kontakt zu Artgenossen fehlt. Wenn Sie mit ihrem Welpen die ersten Spaziergänge unternehmen, sollten Sie Kontakt zu anderen Hunden suchen. Hier lernt ihr Welpe sehr schnell, wie man sich in Gegenwart von Artgenossen zu verhalten hat. Natürlich sollten Sie mit dem anderen Halter vorher klären ob der jeweilige Hund gut sozialisiert ist. Bei den ersten Kontakten ihres Welpen können Sie ihn unterstützen indem Sie dicht bei ihm bleiben oder sich neben ihn knien. Das gibt ihrem Vierbeiner Schutz und Sicherheit. Zudem präsentieren Sie sich als starker Rudelführer. Wenn Sie nicht reagieren wenn ihr Welpe Angst vor einem fremden Hund hat, wird er schnell lernen, dass Sie als Rudelführer ungeeignet sind. Lassen Sie sich aber auch nicht dazu verleiten, die Angst des Welpen nur zu bestätigen. Führen Sie ihn vorsichtig an den fremden Hund heran. Ansonsten könnte er zu der Ansicht kommen, dass jeglicher Kontakt zu anderen Vierbeinern schlecht für ihn ist.

Der Kontakt und Umgang mit Artgenossen ist für Hunde wichtig, so lernen Sie den richtigen Umgang und schulen so ihre Kommunikation. Dies ist auch im täglichen Miteinander von Mensch und Hund von Vorteil. Kein Hundehalter sollte die Chance verpassen seinen Hund als besten Freund kennenzulernen. Es liegt an ihnen, wie sich ihr Welpe entwickelt. 

 

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Hunde brauchen den regelmäßigen Kontakt mit ihren Artgenossen. Sie können ihren Welpen bei den ersten Begegnungen mit fremden Hunden unterstützen. Zeigt er Angst und Scheu, geben Sie ihm Schutz und Sicherheit indem Sie dicht bei ihm bleiben, am besten knien Sie sich neben ihn. Wenn er sich hinter ihnen verstecken will, gewähren Sie ihm zunächst diesen Schutz. Führen Sie ihn dann aber behutsam an den anderen Hund heran. Keinesfalls sollte ein Welpe seine Artgenossen als Bedrohung wahrnehmen. Ist diese Haltung erst einmal im Kopf des Hundes verwurzelt, wird er bei jeder Begegnung mit anderen Vierbeinern eine Abwehr- oder Drohhaltung annehmen. Das so keine friedliche Kontaktaufnahme mehr möglich ist, leuchtet ein.

In den ersten Lebensmonaten genießt ihr Vierbeiner bei anderen Hunden den sogenannten Welpenschutz. In dieser Zeit können sie sich fast alles herausnehmen ohne Ärger mit anderen Hunden zu bekommen. Erwachsene Hunde ignorieren schlicht das zuweilen rüpelhafte Verhalten junger Hunde. Sie sollten aber nicht tatenlos zusehen. Schlägt ihr Welpe allzu sehr über die Stränge, greifen Sie ein. So erlernt ihr Hund Schritt für Schritt den angemessenen Umgang mit seinen Artgenossen. Außerdem genießt ihr junger Hund nicht ewig den Welpenschutz. Lernt er nicht frühzeitig wie man sich respektvoll verhält, kann er schnell in eine Keilerei verwickelt werden.

Jedem Hundehalter sei ans Herz gelegt, dem Hund viele Kontakte zu anderen Hunden zu ermöglichen. Keinesfalls sollten Sie in Panik verfallen wenn Sie beim Spaziergang mit ihrem Welpen einem anderen Hund begegnen. Natürlich muss mit dem anderen Hundehalter vorab geklärt werden, ob der Hund gut sozialisiert ist. Ist dies der Fall, geben Sie ihrem Welpen die Gelegenheit Freunde zum Spielen und Toben zu finden. Ihr Hund wird sich nicht mit all seinen Artgenossen gleichermaßen gut verstehen. Stimmt die Chemie nicht, wird es auch nichts mit einer innigen Freundschaft.

Haben Sie ihren Hund gut sozialisiert, dürfen Sie sich auf viele entspannte Spaziergänge mit ihm freuen. Haben Sie ihrem Hund hingegen den Kontakt zu seinen Artgenossen verwehrt, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn er bei jeder Begegnung mit anderen Hunden kläfft und außer Rand und Band gerät. Von Spaß beim Spaziergang kann hier natürlich nicht mehr die Rede sein. Viele Hundehalter meiden dann jeglichen Kontakt zu anderen Hunden. Sobald sie in der Ferne einen anderen Hund sehen, schlagen sie einen anderen Weg ein. Mit diesem Verhalten fördern sie dann das Verhalten des eigenen Hundes. Denn wenn der Mensch anderen Hunden aus dem Weg geht, so müssen diese eine Gefahr darstellen.

 

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Den Welpen an das Alleinsein gewöhnen.

Auch wenn man es möchte, man kann seinen Hund nicht überall hin mitnehmen. Deshalb sollten Sie ihren Welpen früh an das Alleinsein gewöhnen. Grundregel hierfür: Weder verabschieden Sie sich, noch begrüßen Sie den Hund bei der Rückkehr. Das klingt etwas herzlos, ist aber die beste Methode, denn so wird der gesamte Vorgang etwas völlig normales für ihren Hund. Würden Sie sich verabschieden, gäbe das dem Hund Grund zur Aufregung. Eine überschwängliche Begrüßung würde die dann ohnehin vorhandene Aufregung nur noch verstärken. Beides ist unerwünscht.

Sobald sich ihr Welpe nach einigen Tagen an die neue Umgebung gewöhnt hat, verlassen Sie kommentarlos das Zimmer und schließen die Tür hinter sich. Bleiben Sie nur einen kurzen Augenblick hinter der Tür stehen und kommen wieder herein. Sollte ihr Welpe Sie nun bestürmen, ignorieren Sie ihn. Diese Übung können Sie mehrmals pro Tag machen, aber nicht übertreiben. Mit der Zeit bleiben Sie immer länger weg. Sollte sich ihr Welpe mit Gejaule bemerkbar machen, reagieren Sie nicht. Erst wenn es wieder völlig ruhig ist, kommen Sie zurück. Wenn Sie auf sein Jaulen ins Zimmer zurückkommen, setzt der Hund sein Jaulen und ihre Rückkehr in Verbindung und wird diese Taktik nun öfter probieren. Sobald Sie zurück sind, widmen Sie sich zunächst anderen Dingen, erst wenn er völlig ruhig und entspannt ist, können Sie ihn auch begrüßen.

Mit der Zeit wird ihr Hund erkennen wenn Sie das Haus verlassen möchten und reagiert womöglich mit Aufregung. Lassen Sie dies auf keinen Fall zu. Rufen Sie ihn mit einem Kommando wie „Sitz“ oder „Platz“ zur Ordnung. Deshalb sollten Sie in den ersten Wochen immer etwas mehr Zeit einplanen wenn Sie das Haus verlassen. Denn es kann durchaus zu einer kleinen Geduldsprobe werden, bis ihr Hund zur Ruhe kommt. Aber es zahlt sich auf lange Sicht aus.

Egal wie alt ihr Hund mit der Zeit wird, zeigt er bei ihrer Rückkehr Aufregung, ignorieren Sie ihn so lange, bis er sich von selbst beruhigt. In dieser Situation ist jeder Form der Zuwendung völlig kontraproduktiv, denn Sie verstärken die Aufregung des Hundes dadurch.

Es liegt also an ihnen, ob ein totales Chaos ausbricht nur weil Sie das Haus verlassen. Üben Sie frühzeitig und konsequent mit ihrem Welpen das Alleinsein.

 

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Aufregung erkennen und kontrollieren.

Ihr Hund lebt im Hier und Jetzt. Erregt etwas seine Aufmerksamkeit ist er völlig darauf fixiert. Bleibt der Hund in dieser Situation noch ansprechbar, sprich reagiert er auf ihre Kommandos, ist es ein völlig normales Verhalten. Ganz schnell jedoch kann sich sein Interesse zu großer Aufregung aufschaukeln. In dieser Verfassung ist der Hund kaum kontrollierbar für Sie, denn er ist nun ganz in dieser Situation gefangen und blendet alles andere aus.

Aufregung bei einem Hund erkennen Sie ganz leicht. Er wedelt hektisch mit dem Schwanz, springt und rennt unkontrolliert herum, die Ohren sind aufgerichtet, seine Augen fixieren das Objekt seiner Aufregung, er schnüffelt angestrengt. Im besten Fall erkennen Sie bereits die Vorzeichen und lassen überhaupt keine Aufregung aufkommen. Allerdings können Hunde die eben noch friedlich vor sich hin gedöst haben, innerhalb von wenigen Sekunden auf absolute Aufregung umschalten. Egal welcher Fall, Sie müssen die Aufmerksamkeit des Hundes gewinnen, seinen Focus auf etwas anderes richten.

Am einfachsten und effektivsten gelingt ihnen das mit einer Berührung. Tippen Sie dem Hund mit der flachen Hand vor die Brust oder an den Hals und stellen sich zwischen den Hund und das Objekt das seine Aufregung ausgelöst hat. Geben Sie ihm ein Kommando das er normalerweise gut beherrscht wie „Sitz“ oder „Platz“. Er muss nun sofort reagieren, ansonsten tippen Sie ihn nochmals an. Sobald der Hund auf ihr Kommando reagiert loben Sie ihn ausgiebig und lenken ihn mit etwas anderem ab. So schnell wie ein Hund in absolute Aufregung verfällt, so schnell ist der Auslöser dafür auch wieder vergessen wenn Sie ihn ablenken.

Die schlechteste Methode um einen Hund zu beruhigen ist lautes Brüllen, Drohen oder gar körperliche Gewalt. All dies verstärkt nur die Aufregung und führt zu nichts. Zudem ist es ein Zeichen ihrer eigenen Schwäche. Wenn Sie möchten dass sich ihr Hund beruhigt, müssen Sie selbst ruhig und gelassen sein. Mit der Zeit wird ihr Hund lernen, dass Sie ein Ruhepol darstellen, der in der Lage ist, Situationen der Aufregung zu beherrschen und wieder für Ruhe und Friede zu sorgen.

Wenn ihr Hund ihr Leben mit unkontrollierbaren Ausbrüchen immer wieder durcheinander bringt, dann müssen Sie lernen ihren Hund zu beruhigen. Sollten Sie immer wieder damit scheitern, kontaktieren Sie einen erfahrenen Hundetrainer der ihnen die Grundbegriffe beibringen kann.

 

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Umgang mit anderen Menschen.

Ihr Hund muss nicht nur den Umgang mit seinen Artgenossen und ihnen lernen, sondern auch den mit fremden Menschen. Generell gilt: eine gewisse Vorsicht bei fremden Menschen ist kein Schaden, Angst sollte der Hund jedoch nicht haben. Auf der anderen Seite darf der Hund fremde Menschen nicht überschwänglich begrüßen. Auch muss er lernen, dass die Anwesenheit anderer Personen keine Konkurrenz oder gar Bedrohung darstellt.

Bei ihrem Welpen müssen Sie bereits am ersten Tag seines Einzuges bei ihnen auf den richtigen Umgang mit anderen Menschen achten. Auch wenn es durchaus verständlich ist, dass ihre Besucher den drolligen Welpen begrüßen und streicheln wollen, so ist es für ihren Hund ein völlig falsches Signal. Bitten Sie ihre Besucher vorab eindringlich, den Welpen zunächst völlig zu ignorieren. Erst wenn er sich völlig beruhigt hat und kein Interesse mehr an den Besuchern zeigt, können diese sich mit ihm beschäftigen. So lernt der junge Hund sehr schnell, dass Aufregung bei Besuchern keine gute Strategie für ihn ist.

Lassen Sie es auch nicht zu, dass fremde Personen ihrem Hund Leckerchen geben. Das Futter kommt ausschließlich von ihnen. So vermeiden Sie gleich im Ansatz, dass ihr Hund zukünftig fremde Menschen anbettelt. Außerdem kann es einem Hund das Leben kosten, wenn er bedenkenlos Futter von Fremden annimmt.

Begegnen Sie bei ihren Spaziergängen anderen Menschen die ihren jungen Hund anlocken wollen um den süßen Vierbeiner zu streicheln, machen Sie ihnen verständlich, dass Sie dies nicht möchten. Ansonsten haben Sie in Zukunft einen Hund an der Leine, der alle Menschen begrüßen möchte.

Je größer der Hund wird, desto einfacher wird die Erziehung wenn es um den Kontakt mit anderen Menschen geht. Denn diese werden schon rein instinktiv Vorsicht walten lassen. Hier sind die Halter von kleinen Hunden im Nachteil. Denn selbst wenn ihr junger Hund ausgewachsen ist, gehen Fremde freudig und ohne Scheu auf die Hunde zu. Hier müssen Sie sofort eingreifen und den betreffenden klar machen, dass Sie ihre Erziehung untergraben.

In den ersten Wochen trainieren Sie den Kontakt zu anderen Menschen am besten mit ihren Freunden und Bekannten. Mit diesen können Sie bestimmte Situationen besprechen und dann gezielt nachstellen. Im Prinzip muss ihr Hund nur verstehen, dass andere Menschen für ihn zunächst uninteressant sind. Er hält sich ruhig im Hintergrund und wartet ab.

Wenn Sie sich also nicht immer über ihren Hund ärgern möchten weil er Fremde freudig anspringt, diese um Futter anbettelt, mit Gebelle versucht die Konkurrenz zu vertreiben oder ein anderes unerwünschtes Verhalten an den Tag legt, zeigen Sie ihm wie es richtig geht.

 

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Bei der Hundeerziehung gilt: alle ziehen an einem Strang

Noch bevor der Welpe bei ihnen einzieht, sollten Sie dringend mit ihrer Familie, Freunden und Bekannten sprechen. Alle Beteiligten müssen ihre Erziehungsziele kennen und akzeptieren. Ansonsten könnten ihre Bemühungen bei der Erziehung ihres Welpen unnötig sein. Zudem tuen Sie auch ihrem Hund keinen Gefallen. Denn nichts ist für einen Hund verwirrender als sich ständig ändernde Regeln. Eben war es noch verboten am Tisch nach Futter zu betteln, und wenige Minuten später wird ihm heimlich unter dem Tisch etwas zugesteckt. Da kann es Oma noch so nett meinen mit dem Welpen, jeder muss sich an die Regeln halten. Hilft ihnen hier Diplomatie nicht schnell weiter, müssen klare Worte gesprochen werden. Keinesfalls dürfen Sie es zulassen, dass ihre Erziehung ständig untergraben wird. Denn der Hund ist ein Rudeltier, und in einem Rudel halten sich alle an die Regeln des Rudelführers. Nehmen Sie ihrem Hund die Strukturen eines Rudels dürfen Sie sich nicht wundern, dass er völlig orientierungslos ist.

Am besten stellen Sie eine kleine Liste der erlaubten und verbotenen Dinge auf und teilen es allen mit. Zudem sollten Sie sich für einheitliche Kommandos entscheiden. Das macht es dem Hund wesentlich leichter diese dauerhaft zu erlernen. 

Viele Menschen die selbst keinen Hund haben, erkennen oftmals nicht die Wichtigkeit einer konsequenten Erziehung. Dies ist besonders oft bei sehr kleinen Hunden der Fall. Schnell gerät der Hundehalter in Verdacht, seinen Hund ständig zu unterdrücken und alles zu verbieten. Hier hilft nur Aufklärung. Machen Sie ihren Mitmenschen klar, dass ein Hund feste Strukturen und Regeln benötigt um ein artgerechtes Leben führen zu können. Und nur darum geht es. Denn nur ein Hund, der auch Hund sein darf, kann ein glückliches Leben führen. Wird er vermenschlicht, ist ihm alles erlaubt, fehlen Strukturen und Regeln an denen er sich orientieren kann, kommt es zwangsläufig zu einer Fehlentwicklung die hauptsächlich dem Hund schadet. Denn so ein Hund muss allzu oft in seine Schranken gewiesen werden. Dabei bleibt ihm ihre Verärgerung über sein Verhalten nicht verborgen, ganz im Gegenteil. Diese Situation ist für einen Hund schlimm, denn er ist bemüht ihnen zu gefallen. Da ihm aber niemals der richtige Weg gewiesen wurde, ist er orientierungslos und weis nicht wie er sich eigentlich verhalten soll.

Es liegt also an ihnen wie sich ihr Hund entwickelt. Damit ihnen niemand ungewollt ihre Erziehung zu Nichte macht, müssen Sie alle Beteiligten rechtzeitig informieren. Lassen Sie sich nicht die Chance entgehen, ihren Hund als besten Freund den man sich wünschen kann kennenzulernen.

 

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Zum Abschluss unserer Artikelserie möchten wir das bisherige nochmals kurz zusammenfassen.

Alles beginnt mit der Entscheidung für einen Hund. Wenn es ihnen an Zeit, Einfühlungsvermögen, Geduld und Kompromissbereitschaft mangelt, dürfen Sie sich keinesfalls einen Hund ins Heim holen. Generell sollten Sie dann auf Haustiere verzichten, kaufen Sie sich lieber etwas Schönes und ersparen Sie einem Lebewesen ein unglückliches Dasein.

Nicht jede Hunderasse ist für jeden Mensch geeignet. Zählte Sport und regelmäßige Bewegung bisher nicht zu ihren Steckenpferden, so wird wohl auch ein Hund daran in Zukunft nichts ändern. Wahrscheinlicher ist es, dass es dem Tier dann an Auslauf fehlt. Regelmäßige Spaziergänge stellen für einen Hund wesentlich mehr dar als bloße körperliche Aktivität. Sehen, Hören und besonders das Riechen sind hierbei für den Hund sehr wichtig, denn er erfährt so vieles von seiner Umgebung. Es ist vergleichbar mit einem angeregten Gespräch das Sie mit ihrem Gegenüber führen, oder dem Lesen eines interessanten Zeitungsberichtes. Der Hund wird beim Spaziergang nicht nur körperlich gefordert, sondern auch geistig. Auch wenn Sie sich bewusst für einen kleinen Hund entscheiden, auch diesen genügen 15 Minuten Auslauf täglich nicht. Holen Sie sich also vorab Informationen über ihre Wunschrasse.

Wenn der Welpe mit ca. 12 Wochen bei ihnen einzieht, nutzen Sie die Chance und präsentieren sich als starker Rudelführer der ihm Schutz, Sicherheit und Geborgenheit geben kann. Und mag der Welpe noch so drollig sein, die ersten kleinen Regeln kann er bereits erlernen. Je früher Sie mit der Erziehung beginnen umso besser. Beachten Sie aber dabei, dass Sie mit kleinen Schritten anfangen die den Welpen nicht überfordern. Üben Sie auch niemals zu lange mit einem Welpen, denn es ist für ihn noch sehr anstrengend sich zu konzentrieren. 2-mal fünf Minuten am Tag sind ein guter Anfang.

Mit dem Einzug des Welpen haben Chaos, Hektik und Durcheinander in ihrem Leben nichts mehr verloren, denn Hunde werten ein solches Verhalten als Schwäche. Und der Schwache kann niemals der Rudelführer sein. Dann drängen Sie in praktisch in die Rolle des Anführers, ob er es will oder nicht. Denn Sie sind ja ganz augenscheinlich nicht in der Lage die Führung zu übernehmen.  

Was ihr Hund braucht ist keine Familie wie wir sie kennen, sondern ein Rudel mit festen Strukturen, Regeln und Hierarchien. Ein Hund der seinen Platz im Rudel kennt, der weis wie er sich verhalten soll, ist ein ausgeglichener und glücklicher Hund. Geben Sie ihm diesen Halt nicht, ist er verwirrt und orientierungslos. Ein Zustand der Hunde keineswegs glücklich macht.

Ihr Welpe lernt schnell, auch Dinge die Sie ihm eigentlich überhaupt beibringen wollten. Veranstalten Sie jedes Mal wenn ihr junger Hund ein dringendes Geschäft zu erledigen hat ein wahres Chaos, wird er das schnell als Normalität ansehen. Er wird dann ebenfalls in bloße Aufregung verfallen wenn Sie mit ihm spazieren gehen wollen, schließlich tun Sie dies in den Augen des Hundes ja auch. Alles was Sie tun, geschieht völlig gelassen und in absoluter Ruhe, denn auch dies überträgt sich auf den Hund. In einem solchen Gemütszustand lernt ihr Hund viel besser, und er lernt die richtigen Dinge.

Hunde entwickeln sehr schnell Verhaltensstrategien. Ist eine Strategie erfolgreich, sprich hat es den Hund an sein Ziel gebracht, wird er das gleiche Verhalten immer wiederholen. Das betrifft natürlich auch ein unerwünschtes Verhalten. Dann liegt es an ihnen, dem Hund eine bessere Strategie beizubringen. Dies bedarf Zeit und Geduld, zahlt sich aber auf lange Sicht aus. Reines verbieten ist nicht immer der richtige Weg, denn es kann dazu führen, dass sich der Hund nun selbständig eine neue Strategie für sein unerwünschtes Verhalten erarbeitet. Für Sie bleibt das Resultat das gleiche, denn es ist gleichgültig ob ihr Hund am Tisch nach Futter bettelt, oder ob er es in Zukunft bei jeder erdenklichen Gelegenheit zu mopsen versucht. Beides möchten Sie nicht.

Egal was der Hund auch tut, es hat immer einen Grund. Er macht nichts aus Boshaftigkeit oder Rachegelüsten, auch liegt es ihm völlig fern Sie absichtlich zu ärgern. Zeigt ihr Hund immer wieder ein unerwünschtes Verhalten, versuchen Sie den Grund dafür zu ermitteln. Denn dann können Sie gezielt dagegen steuern.

Berührungen sind bei der Hundeerziehung erlaubt und in bestimmten Situationen sehr hilfreich. Hierbei genügt das bloße Anfassen des Hundes um ihn Aufmerksam zu machen. Und nur darum geht es. Wer glaubt seinen Hund nur mit Schlägen erziehen zu können, ist Charakterlich als Hundehalter völlig ungeeignet und sollte für seinen Vierbeiner schnell ein gutes Zuhause suchen. Es ist ebenfalls kein Zeichen der Stärke wenn Sie ihren Hund anbrüllen. Sie degradieren sich nur endgültig als Rudelführer, denn diese haben jede Situation völlig ruhig und gelassen im Griff.

Machen Sie sich mit der Körpersprache der Hunde vertraut. So werden Missverständnisse vermieden. Denn nur wenn Sie die Signale des Hundes auch verstehen, können Sie entsprechend reagieren.

Verwehren Sie ihrem Hund nicht den Kontakt zu seinen Artgenossen. Der Mensch kann einem Hund sicherlich viel geben, aber eben nicht alles. Es ist eine wahre Freude Hunde beim Spielen und Toben zu beobachten. Also lassen Sie ihren Hund Freundschaften zu Artgenossen knüpfen.

Die beste Erziehung ist nutzlos, wenn Sie von anderen Personen in ihrem Umfeld immer wieder untergraben wird. Mag es auch noch so gut gemeint sein, nur Sie legen die Regeln fest. Andere müssen sich damit abfinden. Ein Hund kann nicht verstehen, dass gewisse Dinge bei ihnen verboten, bei anderen wiederum erlaubt sind. Bieten sich dem Hund zwei Möglichkeiten, wird er sich für die Variante entscheiden, die ihm den größeren Vorteil bringt.

Wir wünschen Ihnen eine wundervolle Zeit mit ihrem besten Freund!  

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