Drucken
Veröffentlicht am von

Kleiner Anarchist mit großem Herz – der Mops

Kaum einer anderen Hunderasse werden so viele negative Eigenschaften nachgesagt wie dem Mops.

Allgemein gilt er als faul, übergewichtig, verfressen, unerziehbar, kurzatmig, unsportlich, dumm und chronisch krank. Zudem sagt man ihm nach, dass man ihn schon lange  röcheln und grunzen hören würde, noch bevor man ihn zu Gesicht bekommt. Einzig seine Qualitäten als Schoßhund älterer Damen sind unbestritten.

Vieles was man dem Mops unterstellt ist schlichtweg falsch. Andere Eigenschaften stellen sich bei näherer Betrachtung anders dar, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Mit einer kleinen Artikelserie über den Mops, möchte petartstore.de, Ihr Onlineshop für Hundezubehör, Katzenzubehör, Hundebedarf, Katzenbedarf, Katzenfutter und Hundefutter, den kleinen Anarchist mit dem großen Herz etwas näher vorstellen.

Die Wurzeln des Mops

Vermutlich stammt der Mops aus dem Kaiserreich China. Hier wurde er wohl aus doggenartigen Hunden herausgezüchtet. Ausschließlich die Kaiser genossen das Privileg den Mops besitzen und berühren zu dürfen. Aus diesem Grund nannte man ihn auch Kaiserhund. An das gemeine Volk wurden für die Weiterzucht nicht geeignete Exemplare teuer verkauft.

Wie er aus Asien letzten Endes den Weg nach Europa gefunden hat liegt im Dunkeln. Hierzu gibt es viele nette Geschichten und Anekdoten. Allen gemeinsam ist, dass sie nicht mehr überprüfbar sind.

Tatsache ist, dass es seit dem 15. Jahrhundert Nachweise seiner Existenz in Europa gibt. Ab dieser Zeit taucht er immer wieder in der Geschichte auf, wie in der italienischen Commedia dell´Arte oder dem Gemälde der Marquesa de Pontejos von Francisco de Goya. Unzählige Mops-Darstellungen zierten Münzen, Porzellan, Gemälde, Pfeifenköpfen und andere Luxusgüter. Es entstand ein wahrer Mops-Kult der so manch seltsam anmutende Blüten trieb. Freimaurer gründeten sogar einen geheimen Mops-Orden. Wo sich Könige, Fürsten, Adlige und reiche Bürger trafen, war auch der Mops. Der kleine Mann konnte sich den Mops nicht leisten. Seine große Beliebtheit bei den Reichen und Mächtigen hätte ihm beinahe die Existenz gekostet. Denn nach den Revolutionszeiten galt er als Inbegriff der Dekadenz. Selbst der große Sachbuchautor Alfred Edmund Brehm (1829–1884) war der Ansicht, dass es kein Verlust für die Welt wäre, würde der Mops von selbiger für immer verschwinden.

All dies führte dazu, dass um 1850 Queen Victoria nach einem Mops suchte, und in ganz England kein Exemplar mehr zu finden war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war er so gut wie verschwunden. Das wir uns heute noch am Mops erfreuen dürfen ist Lord und Lady Willoughby und Mr. Morrison aus England zu verdanken. Mit Tieren aus Russland, Holland und später aus China gelang die erfolgreiche Wiederbelebung der Rasse.

 

 

 

Kleiner Anarchist  mit großem Herz - 2

Mops ist nicht gleich Mops

Spricht jemand vom Mops, so muss man heute fragen, von welchem die Rede ist. Denn Mops ist nicht mehr gleich Mops.

Da sind zum einen die nach den Standards des größten Hundeverbandes gezüchtet werden. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass dieser Verband Teile seiner Standards zum 13.10.2010 geändert hat. Denn es war nicht mehr zu vertreten, dass Hunde die nach den alten Standards gezüchtet wurden, unter enormen gesundheitlichen Problemen zu leiden hatten. Als das Kind, bzw. der Mops, dann im Brunnen lag, und alle Welt von Qualzucht sprach, wollte niemand an den ausufernden Auslegungen der Standards schuld gewesen sein. Tatsache ist jedoch, dass Hunde ohne erkennbaren Fang, hervorstehenden Augen und dicker Nasenfalte die den Nasenschwamm vollständig verdeckten, bei Ausstellungen mit Preisen überhäuft wurden. Das Röcheln und Grunzen der Hunde wurde beflissentlich überhört. Auch das so mancher Mops auf Grund von Sauerstoffmangel einfach umfiel war eher nebensächlich. Welpen-Käufern der Nachkommen dieser edlen Welt- und Europachampions redete man ein, der Mops sei von jeher nicht für körperliche Anstrengungen geeignet gewesen. Das Röcheln und Grunzen sei durchaus süß und etwas ganz besonderes. Man kann es auf einen Nenner bringen. Richterbewertungen von Menschen die ihre eigenen Unzulänglichkeiten mit besonders perfekten Hunden zu kompensieren versuchten, und die Aussicht auf besonders hohe Verkaufspreise für die Welpen waren der Grund für die Qualzuchten.

Gottlob gab es aber auch Züchter, die dem Treiben unsinniger Rassestandards nicht länger zusehen wollten. Es entstanden der altdeutsche Mops und der Retro-Mops.

Bei der Zucht des altdeutschen Mopses greift man auf Tiere zurück, die obwohl nach den alten Standards gezüchtet, über einen deutlich erkennbaren Fang inklusive frei liegender Nase sowie über normale Augen verfügen. Diese Form der Zucht ist relativ zeitintensiv, da bei jedem Wurf auch wieder Welpen dabei sein können, deren Fang zu kurz ist, oder die Augen stehen zu weit hervor.

Beim Retro-Mops wurden Pinscher,  und vor allen Dingen der Pointer-Terrier eingezüchtet. Letzteres führte auch zu der eher abwertend gemeinten Bezeichnung MoPo (Mops – Pointer-Terrier). Durch das einzüchten anderer Rassen waren schneller die gewünschten Erfolge sichtbar. Allerdings muss man auch hier immer damit rechnen, dass die alten Standards bei den Welpen wieder zu sehen sind. Der Retro-Mops wird von vielen nicht als Mops akzeptiert. Vielmehr handle es sich um einen Mops-Mix. Diesen Menschen sei gesagt, Retro-Möpse pfeifen auf ihre bornierte Meinung. Die Halter sehen es ebenso, und erfreuen sich an ihren kerngesunden Möpsen.

Allen gemeinsam ist das Erscheinungsbild. Eher klein und kompakt. Glattes, kurzes und weich-glänzendes Fell. Die Farben reichen von reinem schwarz über silbergrau bis zu verschiedenen Nuancen von beige bis apricot. Die Farbe der Gesichtsmaske, Stirnzeichnung, Muttermale an den Backen (Naeri), Ohren sowie der Aalstrich sind deutlich abgegrenzt und so schwarz wie möglich. Der Schwanz wird in Posthorn-Form auf dem Rücken getragen.

Das Gewicht von Standard-Mops und altdeutschem Mops liegt zwischen 6 und 8 Kilo. Retro-Möpse können, da etwas größer, auch schwerer sein.

Auch wenn die übertriebene Auslegung von Rassestandards dem Tier absolut schaden, so sei auch vor Querbett-Zuchten eindringlich gewarnt. Welpen aus solchen Zuchten können sich als Wundertüte erweisen. Meist kommt nichts Gutes dabei heraus und die Hunde sind wieder die Leidtragenden. Ob der Züchter einem seriösen Zuchtverband angehört, können Sie leicht überprüfen. Ein Besuch beim Züchter ermöglicht ihnen einen Blick auf die Zuchttiere. Völlig unverantwortlich ist der Kauf von Welpen, die aus dunklen Kanälen zu uns kommen. Auch wenn man Mitleid mit diesen Hunden hat, der Kauf eines solchen Tieres nutz ausschließlich der Tiermafia, und die hemmungslose Vermehrung kranker Tiere endet niemals.

Für welchen Mops man sich entscheidet, seriöse Zucht vorausgesetzt, ist letztlich egal. Sie bekommen in jedem Fall einen kleinen, gewitzten Vierbeiner mit ganz viel Charme und Esprit.

Und noch etwas haben alle gemeinsam. Sie Haaren – und das ganzjährig. So mancher Mops-Halter kann sich immer wieder nur wundern, dass der Hund nicht schon lange völlig kahl ist, bei den Massen an Haaren die er täglich verliert. Selbst bei penibler Sauberkeit im Haushalt, verbreiten sich die Mops-Haare schnell im ganzen Haus. Aber wer seinen Mops liebt, der nimmt das einfach in Kauf und passt seine Einrichtung und seine Kleidung der Farbe des Mopses an. Die Haare sind dann immer noch da, aber sie fallen nicht mehr so auf.

Etwas eindämmen kann man die Haar-Flut durch regelmäßiges Striegeln. Normale Fellbürsten hingegen sind völlig wirkungslos. Gewöhnen Sie also ihren Mops-Welpen schon sehr früh an den Striegel, denn Sie werden ihn oft brauchen. Hat der Mops verstanden dass der Striegel nichts Schlimmes für ihn darstellt, wird er die Fellpflege mit tiefen Seufzern genießen. Zum einen ist es für den Mops eine angenehme Massage, zum anderen pflegen sich Rudeltiere gegenseitig. Ihr Mops wird es als Anerkennung werten, wenn Sie als Rudelführer sein Fell pflegen. Sinnvoll ist auch das Beimischen von Lachsöl in das Mops-Futter.

 

Eine haarige Angelegenheit

Der Mops ist und bleibt eine haarige Angelegenheit, und das ist wörtlich zu verstehen. Der Mops haart ganzjährig. Zu Zeiten des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann das Haaren biblische Ausmaße annehmen. Tiere mit viel Unterwolle haaren enorm, solche mit weniger Unterwolle nicht ganz so schlimm.

Am meisten Unterwolle hat der Mops am Hals und Nacken, dies ist zuchttechnisch auch so gewollt. Denn diese Unterwolle verleiht dem Mops seinen typischen „Kragen“. Mops-Unkundige sehen in der dicken Nackenrolle oftmals ein Zeichen für Übergewicht. Natürlich hat der Mops im Nacken auch ein Fettdepot, überwiegend entsteht die Rolle jedoch durch die dichte Unterwolle. Bei Retro-Zuchten kann die Unterwolle am Hals und Nacken hin und wieder recht dünn ausfallen. Rein optisch verliert der Mops hier etwas von seinem eigentlichen Erscheinungsbild. Die Unterwolle hat selbstverständlich nicht nur optische Gründe. Sie hält kälte wie wärme von der Mops-Haut fern.

Auf einer Skala des Haarens von 0, haart nicht, bis 10, haart gigantisch, liegt der Mops bei 12. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der sich für einen Mops interessiert.

Das Haaren lässt sich nur etwas eindämmen, verhindern kann man es nicht. Sparen Sie sich ihr Geld für handelsübliche Fellbürsten und Billig-Striegel, denn sie sind wirkungslos. Im schlimmsten Fall schaden diese sogar dem Fell. Absolut empfehlenswert ist ein Qualitäts-Striegel. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 40 Euro, die mehr als gut angelegt sind. Ein guter Striegel entfernt das lose Haar aus dem Fell, ohne das selbige oder die Haut zu schädigen. Gestriegelt wird in kurzen, schnellen Zügen ohne Druck. Striegeln Sie nur die Oberseite des Mopses, nicht den empfindlichen Bauch. 2 bis 3-mal pro Woche können Sie ihren Mops Striegeln. Nach 10 Minuten sollten Sie fertig sein, denn auch wenn der Mops das Striegeln durchaus genießt, es warten eben noch andere wichtige Geschäfte auf ihn.

Damit das Striegeln für alle Beteiligten eine entspannte Sache ist, sollten Sie bereits ihren Welpen spielerisch an den Striegel gewöhnen. Legen Sie den Striegel zuerst ganz beiläufig auf den Boden und tun ganz unschuldig. Der neugierige Welpe wird den unbekannten Gegenstand ausgiebig untersuchen. Bleiben Sie in der Nähe und achten darauf, dass der Welpe nicht die Schutzkappe vom Kamm abzieht. An den Zinken könnte er sich verletzen und zukünftig den Striegel als ganz böse Sache betrachten. Streichen Sie mit dem Striegel 2 bis 3-mal leicht über den Rücken des Welpen und belohnen gleich mit einem Leckerchen. Diese kleine Übung wiederholen Sie täglich, und ihr Welpe verbindet den Striegel zukünftig mit etwas sehr positivem. Auch wird ihr junger Mops schnell bemerken, dass die Fellpflege für ihn eine angenehme Massage darstellt. Rudeltiere wie der Mops pflegen sich gegenseitig. Wenn Sie ihren Mops also Striegeln, wird er die Anerkennung seines Rudelführers durchaus genießen. Er wird sich wohlfühlen und diesen Zustand mit einem tiefen Seufzen unterstreichen.

Die Zugabe von Lachsöl in das Mops-Futter kann das Haaren auch etwas eindämmen.

Den geübten Mops-Mensch, sowie den Mops-Anfänger erkennt man auf den ersten Blick. Der Mops-Profi der einen beigen Mops hält, wird niemals auf den absurden Gedanken kommen, dunkle oder gar schwarze Kleidung zu tragen. Auch wurden dunkle Teppiche, Sofas, Stühle und andere dunkelfarbige Gegenstände aus der Wohnung entfernt, und durch der Mops-Farbe angepasste Accessoires ersetzt. Halter schwarzer Möpse machen es natürlich umgekehrt. Anfänger begehen den fatalen Fehler, und passen sich der Mops-Farbe nicht an. Sie werden aber sehr, sehr schnell lernen.

Ansonsten ist der Mops absolut pflegeleicht. Das Fell ist Wasser- und Schmutzabweisend. Ein Mops muss nicht gebadet werden, es sei denn, er hat sich das Fell gründlich bis auf die Haut verschmutzt. Benutzen Sie dann ausschließlich ein hochwertiges Hunde-Shampoo. Oberflächliche Verschmutzungen lassen sich einfach mit der Hand entfernen. Feuchten Schmutz trocknen lassen und mit der Hand abwischen.

Vor übertriebener Hygiene sei gewarnt! Der Mops hat mit seinem Fell einen perfekten Schutzschild gegen Nässe, Parasiten, Schmutz und Wärme. Regelmäßiges Baden zerstört diesen natürlichen Schutz.

Wo die Unsitte entstand, einen Mops zu Scheren ist unbekannt. Vergessen Sie bitte alle angeführten Argumente für das Scheren eines Mopses. Ein Mops wurde noch nie, wird nicht, und muss auch zukünftig nicht geschoren werden! 

In den Augen- und Nasenfalten können sich immer Schmutz und Futterreste ansammeln. Aus diesem Grund sollten die Augen- und Nasenfalten regelmäßig gereinigt werden. Nehmen Sie hierfür ein Microfasertuch und befeuchten es mit warmem Wasser. Mit dem Tuch die Falten vorsichtig reinigen. Anschließend mit einem trockenen Microfasertuch die Falten gut abtrocknen, ansonsten kann sich die Haut entzünden. Wenn Sie die Augen- und Nasenfalten einmal pro Woche reinigen ist dies völlig ausreichend. Sollten Sie beim reinigen der Falten eine leichte Rötung der Haut feststellen, können Sie die Stelle mit Babypuder betupfen. Ist die Rötung nicht nach 3 bis 4 Tagen völlig verschwunden, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.

Die Mops-Nase kann hin und wieder etwas trocken werden. Sie ist dann rau und sieht etwas schorfig aus. Tupfen Sie sich etwas Butter oder Margarine auf den Finger und reiben die Nase vorsichtig damit ein. Der Mops wird sich anschließend so oft die Nase lecken, dass sie ganz schnell wieder wie neu aussieht.

 

Ein Spezialist der sein Handwerk versteht

Der Mops wurde von jeher zu dem Zweck gezüchtet, dem Mensch Gesellschaft zu leisten. Und diese Aufgabe beherrscht er perfekt.

Der zu den Gesellschafts- und Begleithunden zählende Mops ist überall dort, wo seine Menschen sind. Und alles was seine Menschen machen, macht der Mops auch. Diese Charaktereigenschaft kann sich durchaus negativ auf den Mops auswirken. Denn ist sein Herrchen oder Frauchen eher bewegungsfaul und verbringt den Tag am liebsten gemütlich auf dem Sofa, wird es der Mops ebenso tun. Diesen eher bequemen Zeitgenossen die der Ansicht sind, ein kleiner Hund wie der Mops braucht keinen nennenswerten Auslauf,  verdankt der Mops seinen Ruf als unsportlicher Couch-Potato. Doch damit tut man dem eigentlich quirligen und bewegungsfreudigen Vierbeiner unrecht. Er passt sich nur seinem Mensch an, und stellt dabei seine eigenen Bedürfnisse hinten an.

Der gleiche Schlag Menschen ist es auch, die den Mops ständig mit allerlei Leckereien verwöhnen bis er dick, rund und unbeweglich geworden ist. An Zuneigung mangelt es diesen Hund sicherlich nicht, alles andere was der Mops braucht kommt aber zu kurz. Wer sein Leben als Schoßhund auf dem Sofa fristen muss, und hemmungslos überfüttert wird, vermittelt leider den Eindruck eines verfressenen Faulenzers der obendrein noch recht dämlich ist. In Wahrheit erfüllt er nur seine Aufgabe als Gesellschaftshund, und wird dafür bitter bestraft.

Gesellschafts- und Begleithund bedeutet also bei weitem nicht, dass diese Hunde ein Leben der Untätigkeit führen möchten. Es besagt nur, und dessen sollte sich jeder der sich für einen Mops interessiert bewusst sein, dass der Mops immer und überall bei seinen Menschen sein möchte. Sobald der Mops in ihrem Zuhause eingezogen ist, haben Sie einen Schatten der ihnen folgt, und das 24 Stunden am Tag.

So wie ein für die Jagd gezüchteter Hund suchen und stöbern möchte, so will der Mops ihnen Gesellschaft leisten und bei ihnen sein. Dies dürfen Sie ihm nicht verwehren. Der Mops braucht den Kontakt zu seinen Menschen, am liebsten ganz, ganz nah. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie ihren Mops ständig auf dem Schoß haben müssen. Aber erkennt der Mops eine günstige Gelegenheit sich an Sie zu schmiegen, dann wird er es auch tun. Der Mops ist hierbei sehr anpassungsfähig, sprich ihm genügt der kleinste Platz, auf oder neben ihnen, um bei ihnen zu sein. Ausgesprochene Mops-Menschen können es sich auch nicht mehr vorstellen, ohne ihren Mops die Zeitung zu lesen oder fernzusehen. Kurzum, seinen Ruf als Kampfschmuser hat der Mops zu Recht.

Der Mops nimmt seine Aufgaben sehr ernst und macht niemals Feierabend. Ist es an der Zeit zu Bett zu gehen, wird ihr Mops Sie auch hier begleiten wollen. Bei diesem Thema streiten sich die Geister. Entscheiden Sie einfach selbst, ob ihr Mops mit ins Bett darf oder nicht. Schließlich verbrachten die Menschen seit jeher die Nacht bei ihren Tieren. So fernab jeder Normalität ist es also nicht. Es ist aber auch in Ordnung, wenn Sie den Mops nicht in ihrem Bett haben möchten. In ihr Schlafzimmer sollten Sie ihn aber auf jeden Fall lassen. Der Mops ist kein Hund der die Nacht alleine in einem anderen Zimmer verbringen möchte. Denken Sie daran, er will immer bei ihnen sein!

Ebenso wenig möchte der Mops stundelang alleine gelassen werden. 3 bis 4 Stunden sind problemlos machbar, aber bitte nicht täglich. Der Mops ist so ein umgänglicher und friedlicher Zeitgenosse, dass Sie ihn fast überall mit hinnehmen können.

Wer also einen Hund möchte mit dem er sein Leben teilen kann, der Nähe geben und annehmen kann, der wird mit einem Mops sehr glücklich werden.

 

Der Mops und die Menschen

Der Mops liebt Menschen, ganz besonders haben es ihm Kinder angetan. Freudig wird jeder, auch unbekannte, Besucher begrüßt. Wachhund-Qualitäten kann man ihm daher nicht unterstellen. Eher würde er einem Eindringling noch nett und freundlich einen Platz anbieten. Der Grund dafür ist relativ einfach. Die Bestimmung des Mopses war schon immer, dem Mensch Gesellschaft zu leisten. Zur Zucht kamen also immer die Tiere, die dem Menschen besonders freundlich gesonnen waren. Und da der Mops sein Handwerk bestens versteht, begegnet er den Menschen freudig und freundlich.

Die Begeisterung wenn es darum geht, Menschen zu begrüßen kann aber auch unerfreuliche Ausmaße annehmen. Hier sollten Sie bereits bei den ersten Anzeichen sofort reagieren. Die Grundregel, Besucher sollen den Hund zunächst ignorieren damit er sich wieder beruhig und in Zukunft nicht mehr allzu stürmisch daher kommt, fruchtet beim Mops nicht immer. Je nach Tier spielen sich immer wieder dieselben Szenen ab. Der Besucher kann kaum einen Schritt tun, ohne über den vor Begeisterung völlig aus dem Häuschen herumspringenden Mops zu fallen. Dieses Verhalten sollten Sie keineswegs tolerieren. Klingelt es an der Tür, und der Mops will in bloße Aufregung verfallen, stoppen Sie ihn umgehend. Wirken Sie beruhigend auf ihn ein und lenken ihn mit etwas anderem ab. Aber Vorsicht! So mancher Mops erweckt den Eindruck, er sei nun völlig gelassen, um dann wie von der Tarantel gestochen davon zu flitzen. In diesem Fall müssen Sie ihn zurückholen und die Prozedur wiederholen. Am besten trainieren Sie das Ganze mit ihren Freunden und Bekannten die dann eingeweiht sind. Sie brauchen viel Geduld, aber es wird sich auf Dauer auszahlen.

Auch bei Begegnungen mit fremden Kindern ist Vorsicht geboten. Der Mops liebt Kinder und möchte diese freudig begrüßen. Man kann es einem Kleinkind nicht verdenken, das es laut schreit und weint, wenn es urplötzlich von einem Mops angesprungen wird. Sie wissen natürlich das es ihr Mops nur freundlich meint, dass Kind und dessen Eltern wissen es aber nicht. Um jeglichen Ärger zu vermeiden, sollten Sie ihren Mops anleinen sobald Kinder in Sicht kommen.

Findet ein Mops einen Menschen besonders sympathisch, dann zeigt er dies auch sehr deutlich. Er sucht immer wieder seine Nähe um ihm dann zu signalisieren, dass er ein Plätzchen auf seinem Schoß durchaus gerne annehmen würde. Lassen Sie es die betreffende Person entscheiden ob sie es möchte. Der Mops wird es in jedem Fall in vollen Zügen genießen.

Der Mops hat ein sehr feines Gespür für die Gemütslage seiner, ihm vertrauten Menschen. Noch bevor Sie sich richtig krank fühlen, hat es der Mops schon bemerkt und sucht auffallend ihre Nähe um ihnen beizustehen. Auch wenn Sie sich über etwas ärgern müssen, ist gleich der Mops zur Stelle um nach dem Rechten zu sehen. Sind Sie niedergeschlagen spendet ihnen der Mops Trost.

Ebenfalls sehr sensible Antennen hat der Mops, wenn er der Grund für ihren Ärger ist. An dieser Stelle eine besondere Bitte an alle Mops-Unerfahrenen. Generell können Hunde eine Reaktion auf ihr Verhalten nur richtig zuordnen, wenn diese sofort erfolgt. Ein Hund macht sich am Mülleimer zu schaffen, Sie sagen umgehend nein. Hier bringt er das Verbot mit dem Mülleimer in Verbindung. Kommen Sie hingegen nach Hause und ihr Hund hat bereits den gesamten Inhalt des Mülleimers in der ganzen Wohnung verteilt, bleibt ihnen nur das Beseitigen der Bescherung. Jede Form der Bestrafung, jedes böse Wort ist völlig überflüssig. Denn der Hund kann ihre Verärgerung nicht mit seiner Tat in Verbindung bringen. Werden Hunde für eine vergangene Aktion bestraft, sprich, sie verstehen nicht warum sie bestraft werden, so ist das für die Hundeseele schlimm. Für den Menschenfreund Mops ist es eine Katastrophe. Spürt er ihren Ärger auf ihn, ohne verstehen zu können was ihren Unmut ausgelöst hat, gerät der Mops in allergrößte Seelennot. Tun Sie dies der Mops-Seele nicht an. Denn er würde es ihnen auch niemals antun. 

Einerseits ist der Mops sehr sensible und einfühlsam. Andererseits fehlt ihm jedes Gespür für Gefahr, wenn er auf Menschen trifft, die ihm nicht wohlgesonnen sind. Denn in der Mops-Welt ist jeder Mensch ein guter Mensch. Hier haben Sie eine besondere Aufsichtspflicht für ihren Mops. Signalisiert ihnen ein Fremder, dass er ihren Mops überhaupt nicht mag, halten Sie ihn an der kurzen Leine bevor er sich einen schmerzhaften Tritt einfängt. Selbst Möpse die bereits sehr unschöne Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, gehen immer wieder freundlich und offen auf Fremde zu. So ist nun einmal der Mops-Charakter.

Kurzum, der Mops braucht den nahen Kontakt zu seinen Menschen. Hierfür muss immer wieder Zeit sein. Dabei genügt es dem Mops schon, wenn er auf ihrem Schoß liegen darf während Sie dabei etwas anderes tun. Wird er dann ab und zu kurz gekrault, fühlt er sich wohl und quittiert dies mit dem unnachahmlichen Mops-Seufzer. Mit diesem tiefen und wohligen Seufzen sagt der Mops: meine Welt ist in vollkommender Ordnung und ich fühle mich wohl bei meinem Mensch.

Die Liebe die ihnen ihr Mops schenkt, ist etwas ganz besonders. Für ihren Mops sind Sie mehr als nur ein Dosenöffner für das begehrte Futter. Sie sind der Mittelpunkt seiner Welt. Dessen müssen Sie sich klar sein. Enttäuschen Sie den kleinen Menschenfreund nicht. Denn wenn er trotz all seiner Bemühungen keine Liebe und Zuneigung bekommt, leidet er enorm. Seine Welt bricht zusammen, wenn er wie ein unliebsamer Gegenstand ins Tierheim abgeschoben wird. Deshalb müssen Sie sich zum Wohle des Hundes vorab über die Konsequenzen klar sein. Haben Sie auch nur den leisesten Zweifel an ihrer Eignung als Mops-Halter, dürfen Sie sich auf keinen Fall einen Mops nach Hause holen.

 

Aktiver Hobbysportler

Leider wurde der Mops über Jahre ausschließlich mit Blick auf überzogene Rasse-Standards gezüchtet. Die Folgen sind hinlänglich bekannt. Kurzatmige, nicht leistungsfähige Hunde die bei der geringsten Anstrengung Röcheln, Grunzen und im schlimmsten Fall zusammenbrechen. Auch wenn unbelehrbare Züchter niemals Müde wurden zu behaupten, ein Mops sei niemals für körperliche Anstrengungen geeignet gewesen, so ist diese Aussage schlichtweg falsch. Auch wenn der Mops mit vielen, für Hunde eher untypischen Verhaltensweisen daherkommt, so ist und bleibt er doch ein Hund. Hunde möchten Spielen, Rennen und Toben; auch der Mops. Kommt der Mops aus einer verantwortungsvollen Zucht, dann kann er das auch ohne Probleme.

Die nun folgenden Aussagen bezüglich der Leistungsfähigkeit eines Mopses, beziehen sich natürlich nur auf Tiere, die nicht an zuchtbedingten Einschränkungen leiden.

Der Mops kann alles, was ein durchschnittlich sportlicher Mensch auch kann. Er liebt ausgiebige Spaziergänge und erkundet hierbei neugierig seine Umwelt. Für Menschen die täglich mit einem Hund Joggen möchten, ist der Mops natürlich nicht geeignet. Das sind andere Kleinrassen aber auch nicht.

An dieser Stelle sei davor gewarnt den Mops zu überfordern. Denn sein Wunsch seinem Mensch zu gefallen und ihm zu folgen, kann gefährlich für den Hund werden. Er wird ihnen nicht zeigen dass er eigentlich erschöpft ist, sondern ihnen so lange folgen bis er zusammenbricht. Sie haben also eine besondere Fürsorgepflicht für ihren Mops.

Ein 90 minütiger Spaziergang bei normalen Temperaturen ist für einen gesunden Mops überhaupt kein Problem. Sind Sie länger mit ihm unterwegs, gönnen Sie ihm regelmäßige Verschnaufpausen. Auch auf kleinen Wandertouren kann Sie ihr Mops problemlos begleiten. Hier können Sie ihn hin und wieder ein Stück auf dem Arm tragen. Als Faustregel gilt: Der Mops ist eher ein kleiner Sprinter als ein ausgesprochener Ausdauerathlet. Wussten Sie, dass ein Mops die 50 Meter ganz leicht unter 6 Sekunden sprinten kann?! 

Gewähren Sie ihm ungestörte Erholungsphasen, dies müssen auch Kinder akzeptieren. Auch wenn der Mops einer wilden Spielrunde niemals abgeneigt ist, so muss er hin und wieder verschnaufen können.

Wer einen kleinen, aktiven Hund möchte, und selbst kein Interesse an Gewaltmärschen und sportlichen Höchstleistungen hat, der ist mit einem Mops bestens bedient.

 

Der Mops im Umgang mit anderen Tieren

In der Gedankenwelt eines Mopses scheint es nichts Böses zu geben. So unbefangen, freundlich und offen er auf Menschen zugeht, so hält er es auch mit anderen Tieren.

Der Mops verträgt sich hervorragend mit anderen Haustieren, ob Hund, Katze oder Maus. Natürlich müssen Sie den ersten Kontakt zu einem neuen Mitbewohner etwas überwachen. Es kann schnell zu einem Missverständnis zwischen den Tieren kommen, weil jede Art anders kommuniziert.

Der Mops ist nicht bemüht sein Revier oder sein Eigentum zu verteidigen. Er ist an einem friedlichen Miteinander interessiert und teilt auch gerne sein Körbchen mit einer schnurrenden Katze.

Auch Eifersucht scheint ihm fremd zu sein. Beschäftigen Sie sich mit einem anderen Haustier, wird er nicht eifersüchtig reagieren. Gleichwohl wird er sich zeigen, ganz nach dem Motto: Hallo, ich bin auch hier!

Trifft ihr Mops auf ihm unbekannte Hunde, ist etwas Vorsicht angezeigt. Seine zuweilen ungestüme und offene Art auf andere Hunde zuzugehen, versteht nicht jeder Artgenosse. Diese fühlen sich wohl etwas allzu sehr von dem fremden Mops bedrängt und können zunächst ablehnend reagieren. In einem solchen Fall fehlen dem Mops einfach die notwendigen Antennen. Er zieht sich dann nicht zurück, sondern versucht weiter einen Kontakt herzustellen. Hier kann es durchaus zu unschönen Reaktionen des anderen Hundes kommen. Also halten Sie in diesem Fall ihren Mops etwas zurück.

Auffällig ist ein gewisses Kontaktproblem zwischen, nennen wir sie Lang- und Kurznasen. Denn treffen sich zwei Molosser, verläuft der erste Kontakt wesentlich unkomplizierter und harmonischer. Hunde mit langer Schnauze wie Schäferhund oder Labrador, haben wohl ein Erkennungsproblem bei einem Molosser, sieht er doch so ganz anders aus als andere Hunde. Gleichwohl riecht er wie ein Hund. Das schafft natürlich Verwirrung. Dies ist nur ein Erklärungsversuch, keine gesicherte Erkenntnis.       

Haben Sie bereits Haustiere, wird sich ein Mops recht problemlos in ihre Familie einfügen. Ebenso unproblematisch ist der Mops, wenn die tierische Familie Zuwachs bekommt. Er ist und bleibt eben ein freundlicher Zeitgenosse.

 

Legerer Typ mit anarchistischem Weltbild

Der Versuch den Charakter eines Mopses passend zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Erfahrene Mops-Menschen erkennen auch ihren Mops in den Beschreibungen wieder. Mops-Unerfahrene bekommen hingegen oftmals den Eindruck, der Mops sei eine kleine, unerziehbare Nervensäge. Dem ist nicht so. Ein Mops ist weder dumm, stur noch unerziehbar.

Dem Thema der angeblichen Unerziehbarkeit eines Mopses widmen wir uns in einem anderen Teil unserer Artikelserie über den Mops. Nur so viel vorab: Der Mops ist erziehbar. Um verstehen zu können, warum sich viele bei der Erziehung ihres Mopses schwer tun, muss man zunächst seinen Charakter beschreiben.

Beim Versuch den Mops-Charakter zu beschreiben läuft man Gefahr, den liebenswerten Vierbeiner in ein falsches Licht zu rücken. Denn es fehlen immer die passenden Worte. Aus diesem Grund möchten wir den Mops bildlich umschreiben.

Stellen Sie sich zwei Zwillingsbrüder vor. Der eine träumt vom Soldatenleben, dass ihm Halt und Orientierung gibt. Der andere kann so einem Leben nichts abgewinnen, denn er fühlt sich mit seinem Leben wohl. Dennoch sind die Eltern der Ansicht, dass auch ihm das Soldat-Sein gut tun würde, und er muss seinen Bruder begleiten. In der Kaserne angekommen erhalten beide ihre Uniform. Am nächsten Morgen ist Appell. Der eine ist perfekt gekleidet. Alles sitzt wie es sein muss, die Haare akkurat gekämmt und frisch rasiert. In den polierten Schuhen kann man sich spiegeln. Voller freudiger Erwartung sieht er den Befehlen des Tages entgegen. Sein Bruder neben ihm vermittelt in keinster Weise diese Freude, ganz im Gegenteil. Denn er wüsste schon etwas Sinnvolles mit dem Tag anzufangen, und er braucht schon überhaupt niemand der ihm etwas befiehlt. An einem gleichberechtigten Miteinander ist er wesentlich mehr interessiert als an Befehlen und Gehorchen. Seine innere Haltung spiegelt sich in seinem Äußeren wider. Bei der ganzen Hektik am frühen Morgen, hat er für ihn unwichtige Sachen wie Socken weggelassen. Das Hemd schnell in die Hose gesteckt, mehr schlecht als recht, die Haare mit der Hand gerichtet und unrasiert steht er nun neben seinem Bruder. Sie ahnen es bereits, hier steht der Mops! Er sollte zum Morgen-Appell antreten – hier ist er. Auf die Frage des Feldwebels, warum er im Vergleich zu seinem Bruder so schlampig daherkommt würde er antworten: Ich weiß überhaupt nicht was Sie wollen guter Mann. Ich trage Hemd, Hose und Schuhe. Meine Haare sind nicht ungekämmt, das ist mein ganz eigenes Styling. Ich nenne das nicht unrasiert, sondern Drei-Tage-Bart. Noch Fragen der Herr?!

Der Mops ist nicht dickköpfiger als andere Hunde auch. Er ist auch nicht dumm, er kann alles lernen wie seine Artgenossen. Der Unterschied liegt in der Ausführung des Erlernten. Verlangen Sie von ihrem Mops ein „Sitz“, kann es durchaus passieren, dass er recht widerwillig sein Hinterteil 2-3 Zentimeter Richtung Boden senkt, um dann gleich wieder aufrecht zu Stehen. Für den Mops war das an dieser Stelle ein perfektes „Sitz“, denn eigentlich will er ja nicht sitzen. Mit dem „Fuß“ gehen ist es ebenfalls so. Ein bisschen weiter nach vorne, oder nach hinten, für den Mops macht das keinen Unterschied. Denn so in etwa passt die Sache doch. Geht es um Verbote, vergewissert sich der Mops gerne in regelmäßigen Abständen, ob das Verbot immer noch Gültigkeit hat. Hätte doch sein können, dass Sie ihre Meinung geändert haben!

Der Mops lässt sich ungerne bei wichtigen Unternehmungen stören. Er empfindet es schon als ganz schön nervig von ihnen, dass Sie ihm ständig dazwischen Reden, wenn er mit ihrem Hausschuh beschäftigt ist. Sobald er damit fertig ist, nimmt er sich gerne Zeit für Sie. Ihm den Hausschuh dann wegzunehmen ist der Gipfel der Frechheit, und der Mops protestiert energisch.

Den gleichen Protest ernten alle, die es wagen ihn in seiner Ruhe, oder seinen Gewohnheiten zu stören. Schließlich muss sich ein vitaler Mops hin und wieder ausruhen, und er hat überhaupt kein Verständnis für laut knatternde Fahrzeuge die ihn aufwecken. Völlig absurd ist es für den Mops, dass auf seiner Straße plötzlich ein Auto steht. An einer Stelle, wo noch nie zuvor ein Auto stand. Was soll das?! Was will der hier!? Warum kann nicht alles so bleiben, wie es bisher war!? Denn so war es gut und richtig, man muss nichts ändern! Aus diesem Grund fühlt sich der Mops genötigt mit eindringlichem Pöbeln dem Auto klar zu machen, dass es zu verschwinden hat – aber plötzlich!

Wer sich einen Hund wünscht, der jedes Kommando auf den Punkt genau ausführt, der wird mit dem Mops nur wenig Freude haben. Er ist und bleibt ein legerer Typ mit anarchistischem Weltbild – und das meinen wir durchweg positiv!    

 

Erziehung

Landläufig gilt der Mops als unerziehbar. Das ist falsch. Einen Mops kann man durchaus erziehen, denn er ist weder dumm noch lernunwillig. Ein Mops kann alles lernen wie andere seiner Artgenossen auch. Nur bei der Umsetzung der jeweiligen Kommandos gibt es Unterschiede.

Dass es so viele, augenscheinlich unerzogene Möpse gibt liegt nicht am Mops, sondern am Mensch. Denn für viele muss er ein Kind, einen Partner oder beides zusammen ersetzen. Und selbst wenn er für den Mensch weder Kind- noch Partnerersatz darstellt, wird die Liebe zum Mops in falsche Bahnen gelenkt. Dies mag zum einen an seinem Aussehen liegen. Denn selbst wenn der Mops rundherum glücklich und zufrieden ist, vermittelt sein Anblick den Eindruck, als müsse er die ganze Ungerechtigkeit dieser Welt auf seinen kleinen Schultern tragen. Seine herzliche und anschmiegsame Art bieten ebenfalls keinen Anreiz den Mops zu erziehen.

Erzieht man den Mops nicht, so tut man ihm nichts Gutes. Wie jeder andere Hund auch, braucht er Regeln und feste Strukturen. Kann er tun und lassen was er will, wird er orientierungslos und gerät völlig außer Rand und Band.

Für die Erziehung eines Hundes gilt: üben Sie nur in völliger Ruhe und Gelassenheit. Überfordern Sie den Hund nicht, 10 Minuten sind völlig ausreichend. Trainieren Sie dafür lieber 2 bis 3-mal am Tag, dass bringt mehr als 30 Minuten am Stück. So lange kann sich kein Hund auf das Training konzentrieren. Beim Training sollte der Hund weder müde noch erschöpft sein. Auch direkt nach dem Füttern ist keine gute Zeit, ebenso wenn der Hund Hunger hat.

Es gibt einige Grundkommandos die jeder Hund beherrschen muss, schon zu seiner eigenen Sicherheit. Diese sind „Sitz“, „Platz“, „Bleib“, „Komm“, „Fuß“ und, ganz wichtig, „Nein“. Wie Sie die jeweiligen Kommandos benennen bleibt ihrer Fantasie überlassen. Nur sollten sich die einzelnen Kommandos deutlich voneinander unterscheiden damit es keine Verwechslungen gibt. Auch sollte ein Kommando aus nur einem, am besten kurzen Wort bestehen.

Eine weitere Grundregel: dass Leckerchen zur Belohnung für ein korrekt ausgeführtes Kommando gibt es umgehend, aber nicht vorab. Falsch ausgeführte Kommandos werden einfach ignoriert. Schließen Sie das Training immer mit einem Erfolg ab. Das bedeutet für Sie, üben Sie nicht zu lange, denn der Punkt, an dem nichts mehr klappt ist schnell erreicht. Nach dem Training geben Sie ihrem Hund Zuneigung und Spielen mit ihm.

All das oben beschriebene lernt der Mops schnell, denn er ist ein gewitztes Kerlchen. Ebenso viel Raffinesse legt er an den Tag, wenn es darum geht ein Kommando zu ignorieren. Er hat schnell den Bogen raus wie er Sie anschauen muss, damit aus einem „Nein“ doch noch ein „na dann, also gut“ wird. Ein Mops wickelt Sie schneller um den Finger als Sie schauen können. Hier heißt es konsequent und standhaft bleiben.

Warum der Mops sich so gerne gegen Hierarchien und Befehle auflehnt kann nur vermutet werden. Obwohl der Mops wie andere Hunde auch ein Rudeltier ist, scheint er zum glücklich Sein die dazu gehörige Hierarchie-Struktur nicht zu brauchen. Denn beobachtet man ein kleines Mops-Rudel, wirkt dieses eher wie eine bunte, lustige Wohngemeinschaft. Jeder mag jeden, und jeder tut wonach ihm gerade ist. Auch dies ist, wie so einiges wenn es um das spezielle Mops-Verhalten geht, nur ein Erklärungsversuch.

Ob der Mops nun einen Rudelführer will oder braucht sei dahingestellt. Eine starke Person die ihn beschützt, die ihm Halt und Sicherheit gibt und die ihm Liebe und Zuneigung schenkt braucht der Mops auf jeden Fall. Denn diese Eigenschaften erschaffen beim Mops Vertrauen zu seinem Mensch. Sind Sie für ihren Mops also mehr als nur sein geliebter Mensch, taugen Sie auch als Beschützer und weisen ihm immer den richtigen Weg, dann wird der Mops auch auf ihre Kommandos hören. Aber eben immer auf die ganz spezielle Mops-Art – locker und leger. 

 

Ein Hund der sprechen kann

Etwas Besonderes sind die Laute mit denen der Mops versucht mit ihnen zu kommunizieren. Diese Laute setzt er fast ausschließlich dann ein, wenn er seinen Unmut ausdrücken will. Und dafür gibt es viele Gründe für einen Mops.

Er hasst Störungen aller Art. Und all jene die es wagen den Mops zu stören, werden äußerst klangvoll und facettenreich angepöbelt. Wie viele Register der Mops dabei zieht, liegt am Grand seiner Empörung. Kleinere Vergehen gegen die Ruhe quittiert der Mops mit einem beiläufigen und leisen „Wuff“. Unholde die ihn nicht nur gestört, sondern auch erschreckt haben, dürfen sich da auf wesentlich mehr gefasst machen. Bellen, Jaulen, lautes Gähnen – in allen Variationen und Lautstärken.

Wird dem Mops etwas für ihn gerade wichtiges verboten, oder muss er auf etwas das ihm zusteht zu lange warten, dann fängt er regelrecht zu Sprechen an. Für diese zwei Empörungszustände hat er sogar zwei verschiedene Arten des Protestierens.

Bei einem Verbot zeigt er ihnen zunächst sein zutiefst empörtes Gesicht. Dabei spitzt er die Schnauze, reckt den Kopf nach oben und beginnt zu Jaulen. Ton und Lautstärke des Jaulens werden dabei stätig variiert. Bei ganz groben Verstößen gegen die Mops-Ehre wird das Jaulen noch mit Gähnen und einer Art Bellen kombiniert.

Trödeln Sie zu lange vor dem Spaziergang, handeln Sie sich mit großer Sicherheit auch eine Standpredig ihres Mopses ein. Denn er erkennt schon die ersten Anzeichen, wenn es zu einem Spaziergang hinausgehen soll. Wenn Sie dann noch lange Suchen müssen, dann wird es dem Mops schnell zu bunt. In solchen Fällen wendet der Mops gerne alle Arten des Gähnens an. Man glaubt kaum, auf wie viele Arten ein Mops sehr melodisch Gähnen kann.

Egal aus welchem Grund der Mops seinen Unmut kundtut, viele Möpse haben ein fast unerschöpfliches Repertoire an verschiedenen Geräuschen zu bieten. Und einige Geräusch-Kombinationen klingen fast so, als würde er mit ihnen Sprechen.

 

Der Mops ist, was er isst

Ist der Mops dick und rund reden sich viele Halter gerne mit dem Argument heraus, das Übergewicht sei Rassebedingt und durch nichts zu verhindern. Ob es diese Menschen nicht besser Wissen sei dahin gestellt, auf jeden Fall ist es absolut falsch und das Übergewicht schadet dem Hund enorm. Der Mops hat seinen Namen auch nicht auf Grund seines permanenten Übergewichtes erhalten. Dies ist ebenso eine Legende, die ebenso falsch ist.

Für alle Hunde gilt die gleiche, einfache Regel. Nimmt er mehr Energie, sprich Kalorien, zu sich als er für seine täglichen Aktivitäten und die Deckung seines Grundbedarfs benötigt, speichert er den Überschuss in den Fettzellen. Dies ist übrigens beim Mensch nicht anders. Bekommt der Mops zu seinem Futter ständig Leckereien zugesteckt, muss er zwangsläufig zu dick werden.

Kaum ein Thema wird energischer Diskutiert als die Ernährung des Hundes. Wahre Glaubenskriege werden hier ausgefochten, und jeder beharrt darauf, die einzig richtige Methode zu propagieren.

Es gibt prinzipiell drei Arten der Hundefütterung – Trockenfutter, Nassfutter, und das sogenannte Barfen.

Das Futter sollte zu 80% aus Fleisch und Innereien, und zu 20% aus pflanzlichen Kohlehydraten bestehen. Die Qualität eines Futters das zu 90% aus Getreide und 10% aus undefinierbaren Schlachtabfällen besteht, muss nicht lange erläutert werden. Zum einen ist der Hund kein Vegetarier. Macht man ihn zwangsläufig dazu, sind gesundheitliche Konsequenzen mehr als wahrscheinlich. Besteht der sogenannte Fleischanteil aus pulverisierten Schlachtabfällen wie Hufe, Hörner, Klauen, Haare usw., dann darf man sich über häufige und teure Tierarztbesuche nicht wirklich wundern. Denn auch der Hund ist, was er isst. Und das ach so günstige Futter aus dem Supermarktregal erweist sich schnell als extrem kostspielig. Schließlich muss der Tierarzt auch seine Praxis finanzieren. Außerdem, und spätestens hier sollte jeder Tierfreund Vernunft annehmen, fügen Sie ihrem Hund Schaden zu. Denn ein kranker Hund wird wenig Lebensfreude verspüren.

Beim Trockenfutter kann zwischen trocken und halbfeucht unterschieden werden. Der Unterschied liegt im Feuchtigkeitsgehalt des Futters. Die gepressten Pellets gibt es in verschiedenen Größen. Trockenfutter ist unbestritten sehr praktisch und einfach in der Anwendung, gut zu lagern und recht lange haltbar. Ebenso augenscheinlich ist beim Trockenfutter, dass sie wenig artgerecht erscheint. Kritisch ist auch der geringe Feuchtigkeitsgehalt des Futters. Ist das Futter von hoher Qualität, besteht es überwiegend aus Fleisch und nicht aus Getreide und wurde auf chemische Zusätze verzichtet, schadet es dem Hund auf Dauer nicht. Sie sollten jedoch genau darüber wachen, dass der Hund genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Bei der Futtermenge müssen Sie sich nach den Angaben des Herstellers richten. Eine Faustregel für Trockenfutter gibt es nicht.

Unter Nassfutter versteht man überwiegend ein Alleinfutter aus der Dose. Es gibt aber auch Einzelfutter in Dosen. Diese Dosen enthalten ausschließlich Fleisch und Innereien und müssen mit einer Kohlehydratquelle gemischt werden. Ist ein Alleinfutter von hervorragender Qualität, sprich besteht es zu 80% aus Fleisch und Innereien und zu 20% aus Kohlehydraten, lässt sich die benötigte Futtermenge wie bei einem Einzelfutter ermitteln. Die tägliche Futtermenge entspricht dann ca. 3% des normalen Körpergewichts des Hundes. Bitte beachten Sie! Unter einem normalen Gewicht ist nicht zwangsläufig das aktuelle Gewicht des Hundes gemeint, sondern ein Gewicht, bei dem der Hund weder Über- noch Untergewichtig ist.

Das Barfen soll an dieser Stelle nur erwähnt, aber nicht erklärt werden. Nur soviel sei gesagt. Serviert man seinem Hund täglich ein Stück Hühnerbrust und eine Möhre, so hat das nichts mit Barfen zu tun und führt früher oder später zu Mangelerscheinungen. Damit ein Hund beim Barf alles bekommt was er braucht, ist ein nicht zu unterschätzendes Wissen von Nöten. Experimentieren Sie also nicht mit der Gesundheit ihres Hundes. Bevor Sie Barfen, müssen Sie sich alle notwendigen Informationen einholen und sich ihrer Sache sehr sicher sein.

Ist der Mops übergewichtig, so kann dies drei Gründe haben:

  1. Er bekommt nicht genügend Bewegung. Die Angaben der Futtermengen unterstellen natürlich eine, der Größe eines Hundes, entsprechende tägliche Bewegung. Muss er sein Leben überwiegend in Untätigkeit verbringen, sind diese Mengenangaben natürlich hinfällig. Hier heißt es also dem Mops zu Liebe – täglich raus zu einem Spaziergang.
  2. Der Mops bekommt dauerhaft zu viel Futter. Wenn Sie ihrem Mops viel Bewegung gönnen und er ist trotzdem übergewichtig, dann bekommt er schlicht zu viel Futter. Zum täglichen Futter gehören auch alle Leckerchen die er bekommt, denn schließlich haben auch diese Kalorien.
  3. Können Sie mangelnde Bewegung und ein Überfüttern ausschließen, dann sollten Sie die Qualität ihres Futters hinterfragen. Wahrscheinlich besteht es dann überwiegend aus Getreide.

Können Sie sich das Übergewicht ihres Mops in keinster Weise erklären, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Denn so manche Stoffwechselerkrankung führt zu Übergewicht.

Der dicke, unbewegliche Mops ist also keine Erfindung der Natur, sondern ist das Ergebnis falsch verstandener Liebe, Bequemlichkeit des Menschen, oder einer nicht artgerechten Fütterung.

 

Ein Hund für alle – aber nicht für Jedermann

Der Mops ist ein äußerst umgänglicher und pflegeleichter Zeitgenosse und eine wahre Bereicherung für ihr Leben.

Darf er bei seinen Menschen sein, passt er sich jeder Situation problemlos an. Kaum ein anderer Hund ist besser geeignet, seinen Mensch auf die Arbeit zu begleiten; eine entsprechende Arbeitsstelle in einem Büro natürlich vorausgesetzt. Dort wird er schnell von vielen geliebt werden, andere werden ihn nicht mögen. Auf diese Zeitgenossen kann der Mops aber ganz hervorragend verzichten. Erwarten Sie aber bitte nicht von ihrem Mops, dass er Stunden in seinem Körbchen neben ihnen verbringt. Vielmehr wird er überall dort zu finden sein, wo er etwas Spannendes vermutet. Im Sinne des Mopses und ihrer Arbeitskollegen sollten Sie zwei Dinge beherzigen. Schärfen Sie ihren Kollegen ein, dass sie dem Hund nichts zu Fressen zustecken. Denn dann wird er schnell zur bettelnden Nervensäge die von Zimmer zu Zimmer streift, immer in der Hoffnung eine Leckerei zu bekommen. Seiner schlanken Linie ist es ebenfalls nicht zuträglich. Auch muss ihr Mops gut erzogen sein. Ansonsten kann er schnell den Arbeitsablauf stören, was ihrem Chef weniger gefallen wird. Haben Sie dies berücksichtigt dürfen Sie sich bitte nicht wundern, wenn zunächst der Mops begrüßt wird, dann erst Sie. Macht der Mops mal einen freien Tag und Sie gehen alleine zur Arbeit, hören Sie Anstelle eines „Guten Morgen“ ein „Wo ist denn der Hund?“.

Der spielfreudige Mops versteht sich ganz besonders gut mit Kindern. Spielen, Rennen und Toben – alles kein Problem für einen gesunden Mops. Aber kleine Hunde wie der Mops brauchen auch ihre Erholungsphasen, in denen sie ungestört Schlafen und Dösen können. Dies müssen auch Kinder akzeptieren.

Wenn Sie viel Besuch von Familie, Freunden und Bekannten bekommen, wird sich der Mops freuen. Er liebt die Menschen und ist gerne bei ihnen. Das er eifersüchtig sein Revier verteidigen will, ist beim Mops nicht zu befürchten.

Der Mops versteht sich nicht nur mit Menschen, er ist auch ein umgänglicher Typ bei tierischen Familienmitgliedern. Egal ob andere Hunde, Katzen oder ein Meerschweinchen, der Mops wird zu allen sehr freundlich sein, und friedlich sein Spielzeug sowie sein Körbchen mit ihnen teilen.

Für ausgesprochene Sportskanonen die ihren Hund zum Joggen oder Radfahren mitnehmen wollen, ist der kleine Mops natürlich gänzlich ungeeignet. Auch Menschen die von ihrem Vierbeiner erwarten, dass er jedes Kommando sofort und korrekt ausführt, sollten vom Mops die Finger lassen. Gleiches gilt für Sauberkeits- und Putzfanatiker. Alle anderen verlieben sich unsterblich in ihren kleinen, zu weilen unorthodoxen, Anarchist mit dem großen Herz. 

Mehr über: Hund, Mops